Mogadischu. Bei einem über mehrere Stunden andauernden Anschlag der islamistischen Al-Shabaab-Miliz im Süden Somalias sind nach Angaben von Sicherheitsbehörden mindestens 29 Menschen getötet und 56 weitere verletzt worden. Der Anschlag auf das Hotel Medina in der Hafenstadt Kismayo begann bereits am Freitag, erst am Samstag war die Situation unter Kontrolle. Unter den Toten seien auch Amerikaner und ein Brite, sagte Ahmed Mohamed, Präsident der Region rund um die Hafenstadt Kismaju.

 Nach Behördenangaben war zunächst eine Autobombe am Eingang des Hotels explodiert, bevor dieses von bewaffneten Kämpfern attackiert wurde. Sie lieferten sich Gefechte mit Sicherheitskräften, die über Stunden andauerten. Augenzeugen berichteten von "Chaos" im Inneren des Hotels. Dem Augenzeugen Muna Abdirahman zufolge trugen die Angreifer Polizeiuniformen. "Das ganze Gebäude ist zerstört", sagte Abdirahman. Sicherheitskräfte hätten das gesamte Gelände abgesperrt.

Zum Zeitpunkt des Anschlags hielten sich im Vorfeld von Regionalwahlen vor allem Politiker und Unternehmer in dem zentral gelegenen Hotel auf. Unter den Toten seien ein ehemaliger Minister der örtlichen Verwaltung und ein Abgeordneter, sagte Abdi Dhuhul, Vertreter der Sicherheitsbehörden, der AFP.

Die somalische Journalistengewerkschaft SJS bestätigte den Tod des Journalisten Mohammed Sahal und der Online-Aktivistin Hodan Naleyeh. "Dies ist ein sehr trauriger Tag für somalische Journalisten", erklärte SJS-Direktor Ahmed Mumin.

Al-Shabaab-Miliz reklamiert Anschlag für sich

Die mit dem Al-Kaida-Netzwerk verbündete Al-Shabaab-Miliz reklamierte die Attacke auf das beliebte Hotel im Zentrum Kismoyas für sich. Die Miliz kontrollierte über Jahre weite Teile Somalias und verübt noch immer regelmäßig Anschläge, vor allem in Mogadischu. Bei der Explosion einer Autobombe an einem Kontrollpunkt in der Nähe des Parlaments waren dort im Juni mindestens acht Menschen getötet und 16 verletzt worden. (apa, reuters)