US-Rapper ASAP Rocky steht in Schweden wegen einer Straßenschlägerei vor Gericht. - © afp
US-Rapper ASAP Rocky steht in Schweden wegen einer Straßenschlägerei vor Gericht. - © afp

Washington/Stockholm. Knapp ein Monat nach der Inhaftierung des US-Rappers ASAP Rocky wegen einer Straßenschlägerei in Schweden hat jetzt sein Prozess vor einem Stockholmer Gericht begonnen. Der 30-Jährige, der mit bürgerlichem Namen Rakim Mayers heißt, muss sich gemeinsam mit zwei Begleitern wegen Körperverletzung verantworten. Zum Auftakt des Prozesses wies der Rapper den Vorwurf zurück.

Internationales Aufsehen

Der Musiker gebe zu, den Kläger zu Boden gestoßen, auf seinen Arm getreten und ihm gegen die Schulter geschlagen zu haben, sagte Mayers Anwalt Slobodan Jovicic zum Prozessauftakt. Es handle sich jedoch nicht um Körperverletzung, sondern um einen Akt der "Selbstverteidigung".

Der Vorfall sorgte international für großes Aufsehen und für diplomatische Verwerfungen zwischen Washington und Stockholm. ASAP Rockys Fans, Kollegen aus der Musikszene und Politiker bis hin zu US-Präsident Donald Trump setzten sich für den Rapper ein. Trump ging dabei auf Konfrontationskurs mit der schwedischen Regierung. Diese wies wiederholt auf die Unabhängigkeit der schwedischen Justiz hin.

Neben ASAP Rockys Mutter Renee Black reiste auch ein Sondergesandter der US-Regierung, Robert C. O’Brian, für die Verhandlung an. "Der Präsident hat mich gebeten, hierhin zu kommen und diese amerikanischen Staatsbürger zu unterstützen, und wir arbeiten daran, sie so rasch wie möglich zurückzuholen", sagte O’Brian. Weitere Kommentare lehnte er ab. Normalerweise berät der Anwalt mit Botschafterstatus die US-Regierung bei Geiselnahmen im Ausland.

ASAP Rocky war am 30. Juni in Stockholm nach einem Konzert an einer Schlägerei beteiligt. Er wurde wenige Tage später festgenommen und sitzt seitdem in Untersuchungshaft. Handy-Aufnahmen zeigen, wie der Rapper einen jungen Mann zu Boden schleudert und auf ihn einschlägt. Der New Yorker Musiker gibt an, er habe in Notwehr gehandelt, da er von dem Kläger belästigt und provoziert worden sei. Er veröffentlichte seinerseits Videoaufnahmen, die seine Schilderung untermauern sollten.

Staatsanwalt Daniel Suneson folgte der Argumentation des 30-Jährigen nicht. Zu Beginn der Anhörung warf er ASAP Rocky und seinen Begleitern vor, den Mann gemeinsam angegriffen zu haben. Sie hätten ihn geprügelt, getreten und mit einer Flasche auf ihn eingeschlagen. Neben Aufnahmen von einer Überwachungskamera und weiteren Videos zeigte der Staatsanwalt Fotos von den Schnittwunden am Körper des 19-Jährigen.

Video manipuliert?

Die auf ASAP Rockys Instagram-Konto veröffentlichten Videoaufnahmen seien bearbeitet worden, sagte Suneson weiter. Zum Beweis verwies er unter anderem auf SMS zwischen Mitgliedern aus dem Team des Musikers, aus denen hervorgeht, dass das Video "ein bisschen zurechtgemacht" worden sei.

Der Prozess ist auf drei Verhandlungstage angesetzt. Bei einem Schuldspruch drohen dem US-amerikanischen Rapper im Höchstfall zwei Jahre Haft und eine satte Geldstrafe.