Er wirkt wie aus einem futuristischen Film à la "Blade Runner": der Moby Markt. Mit Früchten, Getränken, Schuhen und Magazinen bestückt, fährt er selbständig durch die Straßen. Kunden können den Markt zu sich rufen, haben sie ihr Produkt gekauft, düst das Geschäft zum nächsten Abnehmer weiter. Sämtliche Vorgänge, vom Bestellen bis zum Bezahlen, werden über das Smartphone abgewickelt. Und natürlich ist das Ganze auch noch umweltfreundlich: Das Fahrzeug wird mit Solarenergie betrieben.

Ob es sich beim Moby Markt um die Zukunft des Einkaufens oder doch eher um einen einmaligen Gag handelt, darüber sind sich Kommentatoren im Netz uneins. Im Testbetrieb befand sich das selbstfahrende Geschäft 2017 bereits auf einem Universitätscampus in Shanghai. Entwickelt wurde das Konzept vom schwedischen Start-up Wheelys. Mittlerweile werden drei verschiedene Versionen autonomer Lebensmittelläden angeboten. Bis diese großflächig zum Einsatz kommen, dürfte es aber noch dauern: Derzeit sucht das Unternehmen noch nach weiteren Investoren.

Mit den Echo Buds von Amazon kann man außerhalb der eigenen Wohnung mit Alexa in Kontakt bleiben. - © afp/Glenn Chapman
Mit den Echo Buds von Amazon kann man außerhalb der eigenen Wohnung mit Alexa in Kontakt bleiben. - © afp/Glenn Chapman

Hautscanner und Überwachungssysteme

Der Moby Markt reiht sich in eine Reihe neuer Ideen des Einkaufens ein, die ganz auf die Digitalisierung setzen. Auch der US-Lebensmittelhändler Stop & Shop testet in Kooperation mit dem Start-up Robomart in Boston einen selbstfahrenden Markt, der dem Moby Markt ähnelt, aber etwas kleiner ist.

Es muss sich jedoch nicht alles ums Essen drehen. Der koreanische Kosmetikkonzern Innisfree macht sich die Technologie des Internetriesen Alibaba zunutze. In einem Geschäft im chinesischen Hangzhou können Kunden ihre Haut mit einem Scanner analysieren lassen. Daraufhin erhalten sie Vorschläge, welche Produkte zu ihrem Hauttyp passen. Auf einem Bildschirm sehen die Kunden dann auch Simulationen, wie sie mit der jeweiligen Schminke oder dem jeweiligen Lippenstift ausschauen würden.

Bei manch westeuropäischen Kunden löst das wohl keine Kauffreude, sondern eher George Orwell’sche Ängste aus. Ob jüngere Menschen, die mit dem Smartphone und sozialen Medien aufgewachsen sind, diese Bedenken teilen, bleibt fraglich. Ebenso fraglich ist, wie sich das "soziale Kreditsystem", das die kommunistische Partei in China aufbaut, auf das Einkaufen auswirken wird.

Amazon baut Alexa-Funktionen aus

Chinesische Bürger werden bei diesem umfassenden Überwachungssystem künftig nach ihrem Verhalten und Lebensstil bewertet. Je besser der Bürger abschneidet, desto eher bekommt er Kredite, einen Arbeitsplatz und Zugang zu besseren Bildungseinrichtungen. Wer negativ auffällt, muss hingegen unter anderem mit Reisebeschränkungen rechnen.

Das Bewertungssystem könnte nach Medienberichten aber auch für ausländische Unternehmen in China eingeführt werden. Das wirft Fragen auf: Werden Unternehmen, die negativ bewertet werden, dann einfach vom chinesischen Markt ausgeschlossen?

Auch der US-Konzern Amazon arbeitet munter an Innovationen, vor allem an Verbesserungen seines umstrittenen Sprachassistenten Alexa. Das Gerät soll schlauer und im Alltag der Kunden noch stärker verankert werden. So soll Alexa künftig warnen, wenn die Tinte im Drucker zur Neige geht. Alexa wird künftig auch über die Sprache des Kunden erkennen, wenn Nutzer über sie frustriert sind. Die Software wird daraufhin freundlicher mit dem Kunden sprechen.

Zudem wird an Zusatzprodukten gefeilt. Ein Beispiel: die Alexa-Kopfhörer, genannt Echo Buds. Man steckt sie sich ins Ohr und kann damit mit Alexa in Verbindung bleiben, wenn man die eigene Wohnung verlässt. Steht der Kunde in einem der Amazon-Supermärkte (Whole Foods Market), kann er das Gerät beispielsweise fragen, wo sich welche Produkte befinden.(dab)