Der Hexer ist nun auch auf der Nintendo Switch und demnächst auf Netflix unterwegs. - © CD Projekt
Der Hexer ist nun auch auf der Nintendo Switch und demnächst auf Netflix unterwegs. - © CD Projekt

Alles begann mit einem kleinen Entwicklerstudio in Warschau. Wobei: Das stimmt so nicht. Eigentlich begann alles mit einem polnischen Märchenerzähler. Andrzej Sapkowski schrieb eine populäre Fantasy-Reihe über den Hexer Geralt. Außerhalb Polens waren er und seine Geschichten aber kaum bekannt. Das änderte sich mit dem Entwickler CD Projekt, der aus der Saga ein Computerspiel machte. Mit einschlagendem Erfolg: Heute gehört die "The Witcher"-Reihe zu den erfolgreichsten Videospielserien.

Die Entwicklung des ersten Teils der Videospielreihe dauerte fünf Jahre, bei einer Teamstärke von rund 100 Personen. Sie kostete umgerechnet viereinhalb Millionen Euro. Mittlerweile hat CD-Projekt 1000 Angestellte und einen Umsatz von knapp 100 Millionen Euro - obwohl man außer "The Witcher"-Ablegern und dem für 2020 mit Spannung erwarteten Titel "Cyberpunk 2077" keine anderen Spiele produziert.

Die Begeisterung für das Spiel ist ungebrochen und könnte noch weiter angefacht werden: Am 20. Dezember startet auf Netflix eine eigene "The Witcher"-Fernsehserie. Die Geschichten sind geprägt von Monstern, Gewalt und nackter Haut - Zutaten, die schon die US-Fantasyserie "Game of Thrones" erfolgreich machten.

Auch das Interesse am Kartenspiel Gwint ist ein Erfolgsfaktor: Es wurde als eigenes Minispiel entwickelt, das innerhalb von "The Witcher" gespielt wurde. Inzwischen hat es sich verselbstständigt. Es gibt Gwint-Turniere, die mit einem Preisgeld in Höhe von 100.000 Euro dotiert sind. Zum anderen wurde durch Downloads und Neuauflagen das Interesse am Leben gehalten.

Für die Switch erhältlich

Der bisher letzte Teil der Videospielserie "The Witcher 3: Wild Hunt" erschien zwar bereits 2015, seit Kurzem gibt es ihn nun aber auch für die Nintendo-Konsole Switch. Stellenweise wurde die im Vergleich zu den Versionen für Playstation 4, Xbox One und PC schlechte Grafik kritisiert. Die Kosten stehen mit 60 Euro dem Preis der PS4-Version bei Erstveröffentlichung um nichts nach (inzwischen ist das Spiel für die PS4 um unter 30 Euro erhältlich). Auf dem Handheld-Bildschirm fällt die etwas schlechtere Grafik so gut wie gar nicht ins Gewicht.

Noch dazu, weil das Action-Rollenspiel mit seiner hervorragenden Geschichte besticht. Für Menschen, die sonst Bücher in der U-Bahn lesen, ist das Spiel auf der Switch wie geschaffen. Es ist es wie ein Buch, das man bequem bei sich tragen und bei Gelegenheit weiterlesen kann.

Was die Grafik anbelangt, fühlt man sich, schließt man die Switch an den Fernseher an, an Zeiten der Playstation 3 erinnert. Spielt man daher ausschließlich am großen Bildschirm und besitzt einen Computer oder eine große Konsole, ist man mit der entsprechenden und günstigeren Version besser bedient.

Das Testmuster wurde der "Wiener Zeitung" vom Hersteller zur Verfügung gestellt.