Im Umgang mit den First Ladys gelten in den USA gewisse Höflichkeitsregeln. Diese Umgangsformen wurden jedoch bei der derzeitigen Präsidentengattin Melania Trump nicht eingehalten. Es herrschte sogar ein frostiger Empfang und es gab heftige Buhrufe bei ihrer Rede in Baltimore im US-Bundesstaat Maryland. Ihr Auftritt bei der an Jugendliche gerichtete Anti-Drogen-Veranstaltung war in der Tat äußerst kurz.

Die hauptsächlich aus Schülern bestehende Menge zeigte deutlich ihr Missfallen, als sie auf die Bühne trat und für ein "gesundes und drogenfreies Leben" warb. Buhrufe ertönten auch, als sie die Bühne wieder verließ.

Drecksloch Baltimore

Normalerweise werden First Ladys in den USA von den teilweise heftig geführten politischen Auseinandersetzungen ausgenommen. Dies galt bisher auch für Melania Trump - obwohl ihr Ehemann oft einen verbal äußerst rabiaten Umgang mit seinen politischen Gegnern pflegt. Dass diesmal auch Melania Trump ausgepfiffen wurde, dürfte seinen Grund in Äußerungen ihres Mannes haben: Der US-Präsident hatte Baltimore im Juli wild beschimpft. Dabei bezeichnete er die mehrheitlich von Schwarzen bewohnte Stadt unter anderem als "widerliches, von Ratten und Nagern befallenes Drecksloch", woraufhin ihm nicht nur politische Gegner Rassismus vorwarfen. (apa, afp)