Sechs Tote hat eine wilde Schießerei in Jersey City (US-Bundesstaat New Jersey) am Dienstag gefordert. Bürgermeister Steven Fulop sprach am Tag danach von einem gezielten Angriff auf ein jüdisches Geschäft: "Vergangene Nacht wurde nach einer umfassenden Überprüfung der Aufnahmen unserer Überwachungskameras deutlich, dass diese beiden Personen es auf das koschere Lebensmittelgeschäft abgesehen hatten."

Die neuen Erkenntnisse widersprechen ersten Ermittlungsergebnissen vom Dienstag, wonach die Bluttat sich aus einer Mordermittlung auf einem nahen Friedhof entwickelt habe.

Nach Fulops Darstellung via Twitter fielen Schüsse, und zwei Polizisten, die sich in der Nähe aufgehalten hatten, hinderten die beiden mutmaßlichen Täter daran, das Geschäft zu verlassen und weitere Zivilisten anzugreifen. "In Jersey City gab es niemals Platz für Hass und Antisemitismus, und es wird niemals Platz dafür bieten", betonte der Bürgermeister. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu sprach im Namen des israelischen Volkes den Familien der Opfer sein Beileid aus.

Bei dem Vorfall am Dienstag in Jersey City starben neben einem Polizisten und den beiden mutmaßlichen Tätern Behörden zufolge drei Zivilisten, die sich in dem jüdischen Gemischtwarenladen aufgehalten hatten. Über mehrere Stunden entwickelte sich ein teils schweres Feuergefecht. Auf online kursierenden Videos waren laute Schüsse zu hören und über der Stadt kreisende Hubschrauber zu sehen. Zeugen berichteten von immer wieder einsetzenden Schusswechseln. Ein Großaufgebot der Polizei riegelte die Straßen ab und brachte Menschen in Sicherheit. Am Ort wurden auch Beamte des FBI und Spezialeinheiten gesehen. Angrenzende Schulen waren sofort gesichert worden, sagte Fulop. Nach Angaben des Chefs der Polizei in Jersey City, Michael Kelly, dauerte es insgesamt vier Stunden, bis die Situation aufgelöst wurde.

Vor der Schießerei mit sechs Toten sollen die beiden Tatverdächtigen einen weiteren Mann getötet haben. "Die verstorbenen Verdächtigen in diesem Fall sind unsere Hauptverdächtigen für die Tötung eines Uber-Fahrers in Bayonne", sagte der Generalstaatsanwalt von New Jersey, Gurbir Grewal, am Mittwoch. Die Hintergründe der Taten sowie das Motiv der mutmaßlichen Täter würden noch weiter untersucht. Der Fahrer des Fahrdienstvermittlers Uber war am Wochenende in der Stadt Bayonne, ebenfalls im US-Bundesstaat New Jersey, tot aufgefunden worden. 

Bürgermeister Fulop schrieb am Mittwoch auf Twitter weiter, dass es gegenwärtig keine weiteren "glaubwürdigen Bedrohungen" in der Stadt gebe. Trotzdem werde die Polizeipräsenz aus Sicherheitsgründen zunächst erhöht. (apa/dpa)