Die Welt hat ein neues immaterielles Kulturerbe. Die Unesco hat der gemeinsamen Einreichung von Österreich, Italien und Griechenland zugestimmt und die Wanderweidewirtschaft ("Transhumanz") in die Repräsentative Liste des internationalen Welterbe aufgenommen. Konkret geht es um die den Jahreszeiten folgende Wanderschaft von begleiteten Herden (insbesondere Schafen, Kühen und Ziegen) entlang bestimmter Routen, die in vielen Weltregionen existiert. In Österreich ist sie in den Ötztaler Alpen beheimatet. Die Wanderungen - ausgehend von Südtirol nach Tirol und zurück - gelten als die einzige grenzüberschreitende "Transhumanz" in den Alpen, die über Gletscher führt.

Alte Rituale und Bräuche wie das Festlegen der Weideplätze und die Zahl der Schafe, die Bezahlung oder der gemeinsame Kirchgang vor dem Übertrieb werden bis heute ausgeübt. In die nationale Liste des Immateriellen Kulturerbes wurde die Tradition bereits 2011 aufgenommen. "Die Routen für Herden mit ihren Schäfern und die damit zusammenhängenden Rituale verbindet die Menschen in dieser Region seit Jahrhunderten", betonte Sabine Haag, Präsidentin der Österreichischen Uesco-Kommission, in einer Aussendung. "Das Wissen und die Weitergabe dieser besonderen Form der Wanderweidewirtschaft, der Transhumanz, ist wichtiges kulturelles Erbe und trägt wesentlich zu einem alttradierten Verbund von Natur und Mensch bei."

Mit der Aufnahme der "Transhumanz" sind nun sechs österreichische Traditionen auf der Repräsentativen Unesco-Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit: die Falknerei, das Wissen im Umgang mit der Lawinengefahr, das Handwerk des Blaudrucks und die "Transhumanz" als multinationale Einreichungen sowie als rein österreichische Traditionen der Imster Schemenlauf und die Hohe Schule und Klassische Reitkunst der Spanischen Hofreitschule.