Nobel geht die Welt zugrunde

Und so kommt es zu bizarren Phänomenen: In den endlosen Weiten von Kansas gibt es die "Survival Condos", ehemalige Raketenbunker, in denen Reiche unterirdisch und gut geschützt durch Beton- und Stahlplatten ihre Luxuswohnungen haben. Der ehemalige Silo hat 15 Stockwerke, der Eingang wird durch massive Stahltüren gesichert. Es gibt offene Kamine, Jacuzzis und HD-Fernseher. Eine typische Dreizimmerwohnung kostet 2,3 Millionen Dollar. Es gibt einen Swimmingpool mit Rutschbahn und Wasserfall. Wenn schon die Welt draußen vor die Hunde geht, will man hier nichts missen müssen.

Das Geschäft mit den Katastrophen boomt, Käufer gibt es genug. Eine ganze Branche lebt davon: Einbaubunker ("bunker in a box") für die Vorstädte mit ihren gepflegten Gärten, eigene Messen, Prepper-Camps und Überlebenstrainings. Angst verkauft sich nun einmal besser als Sex, heißt es hier, und die Verkaufzahlen sprechen für sich. Will man nicht verhungern, muss man einen Vorrat an Energieriegel anlegen. Gasmasken werden gebraucht und eine Filteranlage, wenn ein Meteorit einschlägt und die Luft feinstaubbelastet ist. Und ein Funkgerät, um mit der Außenwelt in Kontakt treten zu können. Auf den Überlebenstrainings wird geübt, wie man auf die Jagd geht, Tiere schlachtet und das Fleisch haltbar macht.

In Österreich gibt es in St. Georgen im Attergau einen Krisenvorsorge-Shop, der seine Produkte auch via Internet vertreibt. "Aufgrund der Aktualität des Themas und der zahlreichen Anfragen und Hinweisen von Experten haben wir uns auf die Vorsorge auf Stromausfälle und Blackouts spezialisiert", heißt es auf der Homepage. "Hierfür haben wir die Original Blackoutbox in drei Ausführungen entwickelt." 249 Euro kostet der Schlüssel zum eigenen Überleben, wenn alles stillsteht.

Eine kleiner Teil der Prepper-Szene ist rechtsradikal, bewaffnet und gefährlich. Man ist online vernetzt, das Magazin "Spiegel" spricht für Deutschland von einem Online-Forum mit 3500 Registrierten. Diese bilden Bürgerwehren und sammeln Waffen in Depots, um jederzeit zuschlagen zu können. Die Vernetzung läuft über Russland. Die ultimative Bedrohung, das sind nach Meinung der Mitglieder dieser Szene Flüchtlinge, Migranten, die angeblich kommen, die Heimat rauben, die Frauen vergewaltigen und alle Männer töten.

Um die Apokalypse abzuwenden, hilft hier nur noch bewaffneter Selbstschutz. Man bezeichnet sich als "Überlebensgruppe", im Forum finden sich laut "Spiegel" neben Listen zur Notfallvorsorge auch zahlreiche Tipps zur Beschaffung von Waffen auf legalem und illegalem Weg. Einige Nutzer ergehen sich in Tötungsfantasien, in denen Schwarze und Araber ermordet werden. Bei Hausdurchsuchungen wurden immer wieder Waffen gefunden.