Die Wacht an der Kolpa

Auch an Österreichs südlicher Grenze tut sich etwas. In Slowenien formieren sich Männer und Frauen zur "Steirischen Wacht". Die Uniformierten gehen davon aus, dass der Staat mit einer zu erwartenden Flüchtlingsflut riesigen Ausmaßes nicht zurande kommen werde. Deshalb greifen sie zur Selbsthilfe. Für Diskussionen sorgte jüngst eine Übung an der kroatischen Grenze, an der einige Dutzend Mitglieder der "Stajerska Varda" teilnahmen. Deren Anführer Andrej Sisko war bereits wegen Aufstachelung zum gewaltsamen Sturz der verfassungsmäßigen Ordnung verurteilt worden. Laut Medien patrouillierten rund 50 Männer und Frauen in Tarnuniformen und mit nachgebauten Sturmgewehren entlang des Grenzflusses Kolpa, um damit der Polizei und Armee beim Grenzschutz zu helfen, wie sie selbst erklärten.

Die "Steirische Wacht" ist freilich harmlos im Vergleich zu den "Guardian Patriots", die in den USA an der Grenze zu Mexiko ihren Dienst versehen. Hier geht es um die "Abwehr" von Migranten aus Mittel- und Südamerika, die "Patrioten" sind mit halbautomatischen Waffen ausgerüstet. Zu der Gruppe gehören Veteranen der US-Armee, angeblich befindet sich auch ein pensionierter Anwalt unter ihnen. Wer diesen selbst ernannten Hilfssherriffs in die Hände fällt, wird von ihnen bedroht, festgenommen und dem US-Grenzschutz übergeben.