Bei dem Flugzeugabsturz in Kasachstan sind nach offiziellen Angaben weniger Menschen ums Leben gekommen als zunächst angenommen. Das Notfallkomitee des zentralasiatischen Landes legte am Freitag eine Liste mit den Namen von insgesamt zwölf Todesopfern vor. Auch die Stadtverwaltung von Almaty, die zuvor von 15 Toten gesprochen hatte, bestätigte die neue Zahl.

 Das Passagierflugzeug vom Typ Fokker 100 der kasachischen Fluggesellschaft Bek Air war am Morgen kurz nach dem Start vom Flughafen der Millionenstadt Almaty abgestürzt und in ein Haus gekracht. Nach Angaben des Notfallkomitees, das für Rettungseinsätze zuständig ist, waren 95 Passagiere und fünf Besatzungsmitglieder an Bord. Neben dem Piloten kamen den Angaben zufolge auch elf Passagiere ums Leben. Acht Menschen, darunter der Flugkapitän, starben demnach noch an der Absturzstelle. Vier weitere erlagen später ihren schweren Verletzungen, zwei von ihnen noch während der Erstbehandlung am Flughafen.

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Die Maschine sollte von Almaty zur rund 1200 Kilometer entfernten Hauptstadt Nursultan (vormals Astana genannt) fliegen.

Der Absturz ereignete sich nach Angaben der Behörden in einem Wohngebiet nordöstlich des Flughafens.

Von den Behörden verbreitete Bilder zeigten, dass die Maschine in mindestens zwei Teile zerbrochen war. Ihre Nase und andere vordere Teile waren in ein zweistöckiges Gebäude gebohrt, das schwer beschädigt wurde. Die Bilder deuteten darauf hin, dass die Maschine offenbar nicht in Flammen aufgegangen war. Rettungsmannschaften waren in großer Zahl im Schnee an dem Wrack im Einsatz.

Über die Ursachen des Unglücks herrschte zunächst Unklarheit. Der kasachische Präsident Kassim-Schomart Tokajew kündigte aber bereits an, dass die Verantwortlichen "im Einklang mit den Gesetzen hart bestraft" werden sollten. Seine Regierung habe eine Kommission eingesetzt, um die Ursachen des Unglücks zu untersuchen. Den Familien der Todesopfer stellte Tokajew Entschädigungsleistungen in Aussicht.

Bek Air beschreibt sich auf der eigenen Website als das erste Billigflugunternehmen der ehemaligen Sowjetrepublik. Die Airline verfügt nach eigenen Angaben über eine Flotte von sieben Maschinen des niederländischen Typs Fokker-10. Die kasachische Regierung ordnete an, dass alle Flugzeuge dieses Typs vorerst am Boden bleiben müssen. Für Bek Air erteilte die Regierung für den Zeitraum der Untersuchung ein generelles Flugverbot. (apa)