Ihren Militärdienst in Südkorea hat  Byun Hee-soo als Mann begonnen, jetzt muss sie als junge Unteroffizierin nach einer Geschlechtsumwandlung im vergangenen Jahr die Armee gegen ihren Willen verlassen. Ein Prüfungsausschuss sei zu dem Schluss gekommen, dass die Geschlechtsumwandlung ein Grund für die Entlassung sei, teilte die Armee am Mittwoch mit.

Ein militärisches Ärzteteam hatte die Transfrau zuvor als "Person mit Behinderung" eingestuft. Der Fall der betroffenen Soldatin ist in dem ostasiatischen Land bisher einzigartig und zieht daher große Aufmerksamkeit auf sich.

Südkorea verbietet Transgender-Menschen den Militärdienst, es gibt jedoch keine spezifischen Regeln für den Umgang mit Personen, die sich während ihrer Tätigkeit im Militär geschlechtsangleichenden Operationen unterziehen. Die Soldatin in ihren Zwanzigern hatte sich im November während eines Urlaubs in Thailand operieren lassen. Sie wollte jedoch bei den Streitkräften bleiben. Sie befindet sich derzeit in einer Militärklinik.

Die Nationale Menschenrechtskommission hatte dem Armeechef noch am Dienstag empfohlen, das Treffen des Ausschusses wegen möglicher Diskriminierung und der Auswirkungen auf die Rechte der Soldatin zu verschieben. Die Entscheidung zur Entlassung sei in Übereinstimmung mit den relevanten Vorschriften einschließlich des Gesetzes über Militärpersonal und auf der Grundlage der medizinischen Untersuchung getroffen worden, hieß es in der Mitteilung der Armee.

In Südkorea gilt die Wehrpflicht für Männer. Frauen können in die Armee aufgenommen werden, sie werden aber nur eingeschränkt als Soldatinnen eingesetzt.

Amnesty International kritisiert wiederholt

 Zuletzt hatte die Menschenrechtsorganisation Amnesty International im Juli 2019 von Südkorea die Entkriminalisierung von sexuellen Handlungen zwischen gleichgeschlechtlichen Armeeangehörigen gefordert. Betroffene Soldaten hätten in Interviews über "Einschüchterung, Gewalt und Isolation gesprochen, die das Resultat der Kriminalisierung von Sex zwischen Männern im Militär" seien. In dem Bericht  "Schweigend Dienst tun" rief die Gruppe die Regierung auf, den Paragraphen 92-6 des Militärstrafgesetzes abzuschaffen, das Soldaten einvernehmliche gleichgeschlechtliche sexuelle Handlungen verbietet. (dpa, apa)