Fremd oder schon viel länger da, als die weißen Einwanderer? Am Dienstag hat nun das höchste Gericht Australiens die Rechte der Aborigines gestärkt. Die Ureinwohner hätten einen besonderen Status, egal, wo sie geboren seien, entschied das Gericht am Dienstag in Canberra. Damit können sie nicht mehr als Fremde eingestuft werden, wodurch das Innenministerium bei Abschiebungen eingeschränkt wird.

Bei dem Prozess ging es um zwei Fälle: um verurteilte Kriminelle, die in Papua-Neuguinea und Neuseeland geboren wurden und abgeschoben werden sollten. Beide haben einen australischen Elternteil und definieren sich als Aborigines.

In Australien gibt es rund 700.000 Ureinwohner. Ihnen geht es aus den verschiedensten Gründen schlechter als den rund 24 Millionen anderen Australiern. Die Aborigines lebten seit mehr als 60.000 Jahren vor den britischen Siedlern auf dem Kontinent, diese kamen 1788. Für die Ureinwohner begann mit dem Kolonialismus eine lange Leidensgeschichte. Viele wurden getötet oder starben an eingeschleppten Krankheiten.

Erst am 26. Jänner hatte das "weiße" Australien seinen umstrittenen Nationalfeiertag begangen. Der "Australia Day" erinnert an den Tag der Ankunft der ersten Flotte mit Siedlern aus England.  Für die Ureinwohner werde es hingegen immer ein "finsteres" Datum bleiben, sagte Yvonne Weldon, eine angesehene Vertreterin der Aborigines, bei einer traditionellen Zeremonie zum Auftakt der Feierlichkeiten in Sydney. Bei Protestkundgebungen zum "Tag der Invasion", zu denen Vertreter der Aborigines geladen hatten, kamen in Sydney und Melbourne Zehntausende zusammen. (apa,dpa,wak)