Der frühere FBI-Mitarbeiter Bob Levinson ist nach Angaben seiner Familie nach 13 Jahren in iranischer Gefangenschaft gestorben. "Wir haben kürzlich Informationen von US-Regierungsvertretern erhalten, die sie ebenso wie uns zu dem Schluss kommen ließen, dass unser wundervoller Ehemann und Vater in iranischer Gefangenschaft gestorben ist", teilte die Familie am Mittwoch mit.

Teheran erklärte hingegen, es habe "keine Kenntnis" von Levinsons Aufenthaltsort. Die genauen Todesumstände seien unklar, doch sei Levinson noch vor der Coronavirus-Pandemie gestorben, hieß es in der Mitteilung seiner Familie. US-Präsident Donald Trump bestätigte Levinsons Tod nicht. Der Iran habe keine Nachrichten über den ehemaligen FBI-Mitarbeiter übermittelt, der diesen Monat 72 Jahre alt geworden wäre, erklärte er.

Der frühere US-Bundespolizist war im März 2007 unter mysteriösen Umständen auf der iranischen Insel Kish verschwunden, wo er dem Handel mit gefälschten Zigaretten nachgespürt haben soll. Die US-Zeitung "Washington Post" hatte 2013 berichtet, dass Levinson für den US-Geheimdienst CIA im Iran spioniert habe.

Dementi aus dem Iran

Die iranische Regierung hat stets bestritten, etwas über das Verschwinden des Ex-FBI-Mitarbeiters zu wissen. Daran hielt sie auch am Donnerstag fest. Der Iran habe stets betont, dass er keine Kenntnis von Levinsons Aufenthaltsort habe und dieser sich nicht in iranischer Haft befinde, sagte ein Sprecher der iranischen Vertretung bei den Vereinten Nationen. "Diese Tatsachen haben sich nicht geändert."

Später Appell Pompeos

Angesichts der rasanten Ausbreitung des Coronavirus im Iran hatte US-Außenminister Mike Pompeo in der vergangenen Woche Teheran zur "unverzüglichen" Freilassung aller in dem Land inhaftierten US-Bürger aufgefordert. Der Iran müsse auch den Verbleib Levinsons aufklären und ihm die Rückkehr in seine Heimat ermöglichen, verlangte Pompeo.

Der Iran gehört zu den am schwersten von der Coronavirus-Pandemie betroffenen Ländern weltweit. Nach Angaben der Regierung haben sich mittlerweile mehr als 27.000 Menschen infiziert, mehr als 2.000 Menschen starben. Die Dunkelziffer dürfte aber erheblich höher liegen. (apa, afp)