Die Zahl der nachgewiesenen Infektionen mit dem Coronavirus ist weltweit auf mehr als 1,17 Millionen gestiegen. Das geht aus Zahlen der Johns-Hopkins-Universität in den USA hervor. Die meisten Fälle wurden am Samstag in den USA gezählt, wo bis zum Abend mehr als 300.000 Menschen als infiziert gemeldet wurden.

Allein im Bundesstaat New York hat sich die Zahl der Todesopfer innerhalb von 24 Stunden um 630 erhöht. Das teilte der Gouverneur von New York, Andrew Cuomo, mit. Bislang seien dort insgesamt 3565 Menschen am Coronavirus gestorben. In den USA ist New York besonders stark von der Pandemie betroffen. Die Präsidentschafts-Vorwahlen wurden deshalb bereits auf Juni verschoben.

Mittlerweile rät die US-Regierung in einer Kehrtwende zu ihrer bisherigen Politik auch zum Tragen von Masken als Maßnahme gegen die Ausbreitung des Coronavirus. "Das ist freiwillig", sagte Trump am Freitagabend (Ortszeit) bei seiner täglichen Pressekonferenz im Weißen Haus. Er selbst wolle keine Maske tragen, fügte er hinzu. Die US-Gesundheitsbehörde CDC hatte gesunden Menschen ohne Symptome bisher explizit nicht zum Tragen von Masken geraten. Experten befürchten, dass eine entsprechende Empfehlung eine verstärkte Nachfrage auslösen und damit den Mangel an Masken für Personal im Gesundheitswesen verschärfen könnte.

Mundschutzpflicht in Italien

Mundschutzpflicht für alle Bürger gibt es hingegen künftig in der Lombardei, die als erste italienische Region so eine Maßnahme für jene ergriffen hat, die ihre Wohnung verlassen. Sollten die Menschen über keine Maske verfügen, müssen sie sich mit einem Schal, oder einem Tuch Nase und Mund bedecken, hieß es in einem Erlass der lombardischen Regierung, die am Sonntag in Kraft tritt.

Lebensmittelgeschäfte und Supermärkte müssen Kunden Wegwerfhandschuhe und Desinfizierungsmittel zur Verfügung stellen. Blumenhändler dürfen offen halten. Sport darf nur in einem Umfeld von 200 Metern von der eigenen Wohnung betrieben werden. Hundebesitzer dürfen nur im Umkreis von 200 Meter von der eigenen Wohnung mit ihrem Vierbeiner spazieren gehen, geht aus dem Erlass hervor.

Italien hat die meisten Todesfälle zu beklagen – am Samstag waren es mehr als 15.300 Tote. Doch erstmals seit gut einem Monat ist die Zahl der mit dem Coronavirus infizierten Intensivpatienten im Land gesunken. 3994 Menschen würden derzeit auf Intensivstationen behandelt, 74 weniger als am Vortag, sagte Zivilschutz-Chef Angelo Borrelli am Samstag. "Das sind sehr wichtige Neuigkeiten, denn das verschafft unseren Krankenhäusern eine Atempause", erklärte er.

Europa am schwersten betroffen

In ganz Europa sind bereits mehr als 45.000 Menschen an den Folgen einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus gestorben. Bis Samstag wurden auf dem Kontinent 46.033 Corona-Tote registriert, wie eine Berechnung der Nachrichtenagentur AFP auf Grundlage von Behördenangaben ergab. Europa ist damit der am schwersten von der Pandemie betroffene Kontinent.

Rund 85 Prozent der Todesfälle in Europa wurden aus Italien, Spanien, Frankreich und Großbritannien gemeldet. In Spanien wurden bisher 11.744 Todesopfer gezählt. In Frankreich erhöhte sich die Zahl der Corona-Toten binnen 24 Stunden auf 7560, wie die Gesundheitsbehörden am Samstag mitteilten. Rund 5500 von ihnen starben demnach in Krankenhäusern. Die übrigen Infizierten waren demnach in Altersheimen oder anderen medizinisch-sozialen Einrichtungen untergebracht.

In Deutschland starben bisher deutlich weniger Menschen durch die Pandemie. Das Robert-Koch-Institut gibt die Zahl der Corona-Toten mit 1158 an, die Johns-Hopkins-Universität in Baltimore in den USA kommt auf 1330 Todesopfer. In Österreich haben bis Samstagvormittag 186 Menschen Covid-19 nicht überlebt. (afp/reu/apa)