Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat die Vorwürfe und Drohungen von US-Präsident Donald Trump gegen die UN-Organisation mit einem dramatischen Appell gekontert. Das Coronavirus für politische Zwecke zu missbrauchen, sei das Schädlichste, was jetzt passieren könne, sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus am Mittwoch in Genf.

Es gehe um nationale Einheit, das Arbeiten über ideologische und Parteigrenzen hinweg und schließlich um internationale Solidarität. "Das Schlimmste steht uns noch bevor, wenn wir uns nicht beeilen, Einigkeit sicherzustellen", warnte der WHO-Chef. Trump hatte der WHO mit einem Stopp von Beitragszahlungen gedroht. Er warf der Organisation vor, nicht genügend aufgeklärt und einen auf China fokussierten Ansatz gehabt zu haben.

Ein Vorgehen, das die Gesellschaft in diesem Moment spalte, sei wie ein Spiel mit dem Feuer, meinte Tedros. Nur Einigkeit helfe, "wenn man nicht noch viel mehr Leichensäcke" riskieren wolle. Statt Länder gegeneinander auszuspielen, käme es jetzt auf einen Schulterschluss zwischen den USA und China an.

Ein solches Bündnis habe bei der Bekämpfung der Pocken zu Zeiten des Kalten Kriegs zwischen den USA und der damaligen Sowjetunion funktioniert. Beide Staaten hätten sich führend an der Ausrottung der Seuche beteiligt, was damals innerhalb von zehn Jahren gelungen sei, sagte Tedros weiter.

Der 55-Jährige erinnerte daran, dass die WHO bereits seit Anfang Jänner ihre Mitgliedsstaaten umfassend über die aufziehende Gefahr gewarnt habe. Ende Jänner habe die Organisation eine "gesundheitliche Notlage von internationaler Tragweite" erklärt. Damals habe es erst sehr wenige Sars-CoV-2-Fälle außerhalb Chinas gegeben. Die WHO unterstütze die internationale Gemeinschaft unermüdlich mit Informationen und auch Material wie Schutzausrüstungen und Tests.

Somalische Musiklegende Hudeydi gestorben

Eine Musiklegende Somalias, Ahmed Ismail Hussein, ist an der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben. Das bestätigte der somalische Regierungssprecher Ismael Mukhtar Omar am Mittwoch. Der Musiker, genannt Hudeydi, starb demnach in London. Somalische Medien gaben 1928 als sein Geburtsjahr an.

Hudeydi war für seine Musik mit der Oud bekannt, einer Laute, die vor allem in arabischen Ländern gespielt wird. "Wir haben eine einzigartige Legende verloren", sagte der Sprecher des Oberhauses des somalischen Parlaments, Abdi Hashi Abdullahi, einem Radiosender. Das von Konflikten zerrüttete Land am Horn von Afrika hat bisher mindestens acht offiziell bestätigte Fälle von Covid-19, in Großbritannien sind es mehr als 60.700 Menschen. (apa, dpa)