Nach Auftreten eines neuen Clusters in der Stadt Salzburg, wobei bis dato auch zwei Landesbedienstete zu den Erkrankten zählten, sind nun auch Landeshauptmann Wilfried Haslauer und sein Stellvertreter Christian Stöckl (beide ÖVP) auf das Virus getestet worden. Bei beiden Politikern fiel das Ergebnis negativ aus, wie am Samstag das Landesmedienzentrum in einer Aussendung bekannt gab.

Von allen weiteren Regierungsmitgliedern und deren Büromitarbeitern würden am Montag noch Abstriche genommen. Bis zum Vorliegen dieser Ergebnisse hat die Landesregierung alle Termine vorerst abgesagt. 100 Kontaktpersonen der Kategorie I wurden bereits getestet. Infektionen waren in der Stadt Salzburg, dem Tennengau, dem Pongau und dem Flachgau entdeckt worden. Auch Menschen ohne Symptome werden getestet. So war ein Landesbediensteter am Donnerstag positiv getestet worden, der erst in der Nacht auf Freitag Krankheitsanzeichen entwickelte. Nachdem nun auch bei Menschen der Kontakt-Kategorie II Symptome auftauchten, würden auch hier von allen Proben genommen.

Wie das Uniklinikum Salzburg am Samstag in eine Presseaussendung bekannt hab, ist auch ein Arzt unter den Erkrankten. Ein Kollege, der ebenso die Veranstaltung am Montag besucht hatte, war nicht infiziert. 15 Mitarbeiter werden der Kategorie II zugeordnet und angewiesen, ein "Fiebertagebuch" zu führen. Zudem müssten sie täglich vor Dienstantritt einen Virus-Schnelltest durchführen.

Veranstaltung mit 40 Personen als Auslöser

Am Freitagabend ist die Zahl der Infizierten in Salzburg Stadt von Fünf auf Neun geklettert. Auslöser dürfte eine Veranstaltung mit 40 Personen in der Mozartstadt gewesen sein, teilte das Land Salzburg in einer Presseaussendung mit. Da auch zwei Mitarbeiter der Landesregierung betroffen waren, entbrannte am Samstag ein Politgefecht zwischen SPÖ und ÖVP.

Die erste Erkrankung trat am Mittwoch zutage, welche die Recherchen der Behörden auslöste. Mehr als 100 Personen wurden im Rahmen des Contact-Tracings ausgeforscht, 22 Menschen wurden bis jetzt allein von den Stadtbehörden in die Quarantäne geschickt.

SPÖ wirft ÖVP "gefährlichen" Umgang vor

Am Freitag wurde auch bekannt, dass bis jetzt sowohl im Büro von Landesrätin Maria Hutter als auch im Amt der Landesregierung jeweils ein Mitarbeiter positiv auf Covid-19 getestet worden war. Darauf entbrannte am Samstag ein Gefecht zwischen SPÖ und ÖVP, das man sich über Presseaussendungen lieferte. Der scheidende SPÖ-Partei- und Klubvorsitzende Walter Steidl warf der Landesregierung vor, deren Umgang mit dem neuen Cluster sei "unprofessionell und gefährlich". Man habe zu spät über die Erkrankungen informiert. Der SPÖ-Chef betonte, als Reaktion seine eigene Abschiedsfeier am kommenden Mittwoch im Landtag abzusagen, um niemanden zu gefährden.

ÖVP-Landesgeschäftsführer Wolfgang Mayer konterte die Vorwürfe Steidls als "Verzweiflung über die aktuelle politische Bedeutungslosigkeit". Es seien umgehend Corona-Tests angeordnet worden, auch bei Personen, die keine Symptome gezeigt hätten. (apa)