Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) meldet einen Rekordanstieg bei den weltweiten Coronavirus-Fällen. Die Gesamtzahl der Neuinfektionen steigt nach offiziellen Daten innerhalb eines Tages um 183.020. Laut dem täglichen Bericht der WHO meldet Nord-und Südamerika mit über 116.000 den größten Teil der Neuinfektionen. Weltweit sind nach Angaben der WHO mehr als 8,7 Millionen Menschen an dem Virus erkrankt und mehr als 461.000 an den Folgen von Covid-19 gestorben. Bislang war am 18. Juni mit 181.232 Fällen der größte Anstieg seit dem Ausbruch des Virus verzeichnet worden.

Zweite Welle in Südkorea


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Die Gesundheitsbehörden in Südkorea sprechen erstmals von einer zweiten Infektionswelle im Land. Man sei mitten drin, sagt Jeong Eun Kyeong, Direktorin des Koreanischen Zentrums für Krankheitskontrolle und Vorsorge (KCDC). Zuvor hatte das KCDC stets erklärt, dass die erste Welle im Land nie wirklich aufgehört habe. Nun sei klargeworden, dass das Feiertagswochenende Anfang Mai den Beginn der neuen Welle markiere, sagt Jeong. Die Infektionen werden vor allem im Großraum Seoul nachgewiesen. Die Hauptstadt und ihre Umgebung hatten zuvor nur wenige Infektionsfälle gemeldet.

Europa für Gesundheitsarmee

In der EU bereiten sich Krankenhäuser auf eine zweite Infektionswelle vor, indem Reservekräfte ausgebildet und mobiler gemacht werden. "Wir brauchen eine Gesundheitsarmee", sagt Maurizio Cecconi, gewählter Präsident der Europäischen Gesellschaft für Intensivmedizin (ESICM) und Chef der Intensivstation eines Krankenhauses in Mailand. "Wenn es eine weitere große Welle gibt, sollten wir bereit sein, Ärzte und Krankenschwestern aus nahe gelegenen Regionen Italiens einzusetzen. Dies ist in der ersten Welle nicht ausreichend geschehen." Der amtierende ESICM-Präsident Jozef Kesecioglu sagt, viele Mediziner und Pflegekräfte hätten in der ersten Welle einen Schnellkurs im Umgang mit Covid-19-Patienten erhalten und sollten nun ausführlicher geschult werden.

China erwartet Rückgang

Experten rechnen mit einem drastischen Rückgang der Infektionszahlen in Peking in dieser Woche. Dies sei den Maßnahmen zur Eindämmung zu verdanken, sagt Wu Hao von der nationalen Gesundheitsbehörde. "Wenn man die Quelle kontrolliert und die Übertragungskette unterbricht, fällt die Zahl klippenartig ab." Die Beschränkungen in Peking, wo mehr als 20 Millionen Menschen leben, seien zielgerichtet. So wurden vier Stadtteile als risikoreich und 37 als mittelriskant eingestuft. Seit Bekanntwerden des ersten Falles am 11. Juni wurden insgesamt 236 Menschen positiv auf das Coronavirus getestet. Am Montag wurden neun Neuinfektionen binnen 24 Stunden gemeldet, am Tag zuvor waren es noch 22.

7600 Neuinfektionen in Russland

In Russland sind binnen 24 Stunden 7600 Neuinfektionen bestätigt worden. Insgesamt wurde nach Behördenangaben bei 592.280 Menschen das Coronavirus nachgewiesen - das ist die dritthöchste Zahl weltweit nach den USA und Brasilien. 95 weitere Menschen seien an oder mit dem Coronavirus gestorben. Im ganzen Land sind es damit insgesamt 8206. Am Tag zuvor waren 7728 Neuinfektionen und 109 Todesfälle gemeldet worden. (apa, reuters, dpa)