Bei einem Erdrutsch in einer Jade-Mine im Norden Myanmars sind mehr als hundert Menschen ums Leben gekommen. "Bis jetzt wurden insgesamt 113 Leichen gefunden", erklärte die Feuerwehr des südostasiatischen Landes am Donnerstag im Onlinedienst Facebook. Nach Angaben eines örtlichen Polizeibeamten wurde die Suche nach weiteren Opfern wegen heftiger Regenfälle vorerst gestoppt.

Die Arbeiter seien unter einer Schlammlawine begraben worden, erklärten die Behörden. Der Erdrutsch ereignete sich der Feuerwehr zufolge Donnerstagfrüh in der Ortschaft Hpakant nahe der chinesischen Grenze. Hpakant liegt im nördlichen Bundesstaat Kachin, dem Hauptabbaugebiet für Jade.

Myanmar ist einer der größten Jade-Produzenten weltweit. Vor allem im benachbarten China steht der Schmuckstein hoch im Kurs.

Der Jade-Handel im südostasiatischen Land ist nach Schätzung der Anti-Korruptionsorganisation Global Witness rund 31 Milliarden Dollar (etwa 28 Milliarden Euro) wert - und macht knapp die Hälfte des Bruttoinlandprodukts des armen Landes aus. Von den Erträgen profitierten jedoch meist nur wenige. Viel Geld wird im Schwarzmarkt erzielt. Das Geschäft werde "von einer Schurkenriege früherer Generäle, von den USA mit Sanktionen belegten Drogenbaronen und Ganoven mit Waffen kontrolliert", heißt es in einem Report der Organisation von 2015.

Von den Gewinnen werden wiederum tausende Anrainer und Wanderarbeiter angezogen, die den lose aufgeschütteten Aushub der Minen nach übersehenen Edelsteinen durchsuchen. Dabei kommt es immer wieder zu tödlichen Erdrutschen und Unfällen.