Der gewaltsame Tod eines afroamerikanischen Teenagers in einer Jugendvollzugsanstalt sorgt in den USA für Empörung. Ein Video zeigt, wie der 16-jährige Cornelius Fredericks Ende April in der Anstalt im Bundesstaat Michigan von mehreren männlichen Mitarbeitern umgeworfen, auf den Boden gedrückt und gewürgt wird.

Fredericks hatte zuvor einen Sandwich auf einen anderen Burschen in der Cafeteria geworfen. Er starb zwei Tage nach dem Vorfall.

In den von Überwachungskameras aufgezeichneten Aufnahmen ist zu sehen, wie der Teenager anscheinend das Bewusstsein verliert. Mitarbeiter versuchen, ihn wiederzubeleben, und rufen dann medizinische Hilfe herbei. Das Video wurde vom Anwalt von Fredericks' Familie veröffentlicht.

Familie erhebt schwere Vorwürfe

Dieser erhob den Vorwurf, der 16-Jährige sei "exekutiert" worden. Die sieben Mitarbeiter, die den Jugendlichen zu Boden gedrückt hätten, hätten ihm Sauerstoff entzogen und sein Gehirn schwer beschädigt. Drei Mitarbeiter der Anstalt Lakeside Academy in Kalamazoo wurden inzwischen wegen des Vorfalls formell von der US-Justiz beschuldigt. Ihnen wird fahrlässige Tötung und die Misshandlung eines Minderjährigen vorgeworfen.

George Floyd: Neue Erkenntnisse in Transkript

Der Vorfall erinnert an den Tod des Afroamerikaners George Floyd bei einem brutalen Polizeieinsatz Ende Mai in Minneapolis im US-Bundesstaat Minnesota. Floyd soll vor seinem Tod mehr als 20 Mal um Luft gefleht haben. Das geht aus dem Transkript eines Körperkamera-Videos hervor, das einer der beteiligten Polizisten vor Gericht vorlegte. Dem Papier zufolge waren seine letzten Worte: "Sie werden mich töten. Ich kann nicht atmen."

Als die Beamten Floyd am 25. Mai festnahmen, bat er dem Transkript zufolge darum, ihn nicht in das Polizeiauto zu setzen, weil er klaustrophobisch sei. Als die Polizisten ihn ins Auto zwingen wollten, soll er gerufen haben, er werde "hier drinnen sterben". Später habe Floyd gesagt: "Mama, ich liebe dich. Sag meinen Kindern, dass ich sie liebe. Ich bin tot." Mehr als 20 Mal soll Floyd "I can't breath" gesagt haben - "Ich kann nicht atmen".

Dem Transkript zufolge sind in dem Video auch die Beamten zu hören, die Floyd sagen, er solle sich "entspannen". Als Floyd flehte, sie würden ihn töten, antwortete ihm demnach der Polizist Derek Chauvin: "Dann hör auf zu reden, hör auf zu schreien. Reden kostet verdammt viel Sauerstoff."

Das Transkript wurde am Dienstag von Thomas Lane, einem der beschuldigten Polizisten, einem Gericht im US-Bundesstaat Minnesota übergeben. Lane will damit den Vorwurf der Beihilfe zu einem Tötungsdelikt gegen sich entkräften. (apa, reuters, afp)