In den USA haben sich inzwischen mehr als vier Millionen Menschen mit dem neuartigen Coronavirus angesteckt. Wie aus einer Zählung der Johns-Hopkins-Universität vom Donnerstagabend (Ortszeit) hervorging, wurden binnen 24 Stunden mehr als 76.000 neue Infektionsfälle registriert. Damit erhöhte sich die Gesamtzahl der nachgewiesenen Infektionen in den USA auf 4.032.430.

Wegen der starken Ausbreitung des Coronavirus sagte US-Präsident Donald Trump den Nominierungsparteitag seiner republikanischen Partei in Florida ab.

Die Zahl der Todesfälle erhöhte sich nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität um 1225 auf insgesamt mehr als 144.000 Fälle. Erst am 8. Juli war in den USA die Marke von drei Millionen nachgewiesenen Infektionen überschritten worden. In nur gut zwei Wochen kamen damit eine Million Fälle hinzu.

Kehrtwende bei Trump

Angesichts der steigenden Infektionszahlen sagte Trump am Donnerstag den für Ende August in Florida geplanten Nominierungsparteitag ab. Es sei nicht die richtige Zeit, um einen "großen und überfüllten Parteitag" abzuhalten, sagte Trump bei einer Pressekonferenz im Weißen Haus. Seine offizielle Nominierung für die Wiederwahl werde stattdessen in einem kleineren Format durch republikanische Delegierte im Bundesstaat North Carolina erfolgen, kündigte der Präsident an.

Trump bekräftigte zugleich seine Forderung nach einer Öffnung der Schulen und Universitäten im Herbst. "In der Schule oder auf dem Campus zu sein ist sehr wichtig", sagte der Präsident. In Städten oder Bundesstaaten, die derzeit schwer von der Ausbreitung des Coronavirus betroffen seien, könne die Öffnung möglicherweise erst ein paar Wochen später erfolgen. "Die Entscheidung sollte auf Basis der Daten und Fakten an Ort und Stelle getroffen werden, aber alle Bezirke sollten aktiv Vorbereitungen für die Öffnungen treffen", betonte Trump.

Der US-Präsident hatte in dieser Woche eine Kehrtwende im Umgang mit der Corona-Pandemie vollzogen. Am Dienstag rief er die Bevölkerung erstmals zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes auf. Zuvor hatte Trump das Tragen der Maske als Schwäche abgetan.

Biden liegt in Umfragen vorne

Beobachter fassten Trumps Sinneswandel als Reaktion auf seine schlechten Umfragewerte auf. Laut aktuellen Umfragen misstrauen zwei Drittel der US-Bürger der Corona-Krisenpolitik des Präsidenten. In den Umfragen zur Präsidentschaftswahl am 3. November liegt Trump deutlich hinter seinem Herausforderer Joe Biden.

Seit mehr als zehn Tagen liegt die Zahl der täglich verzeichneten Neuinfektionen mit dem Coronavirus in den USA bei mehr als 60.000. Besonders im Süden und Westen des Landes steigen die Infektionszahlen derzeit stark an. Die Vereinigten Staaten sind sowohl von den Infektions- als auch den Totenzahlen her das mit Abstand am stärksten von der Pandemie betroffene Land der Welt. (apa, afp)