Die Coronavirus-Pandemie ist Weltgesundheitsorganisation zufolge der schwerste globale Gesundheitsnotstand, mit dem sich die WHO bislang befassen musste. Nur bei strikter Einhaltung der Schutzmaßnahmen, vom Maskentragen bis zur Vermeidung von Menschenmassen, könne die Welt die Krise überwinden, sagte der WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus.

"Wo diese Maßnahmen befolgt werden, gehen die Fälle zurück. Wo sie nicht befolgt werden, gehen die Fälle nach oben", fügte er hinzu und lobte Kanada, China, Deutschland und Südkorea für die Kontrolle von Ausbrüchen. Weltweit sind bereits mehr als 16 Millionen Menschen infiziert.

Risiko steigt mit kühleren Temperaturen

Wenn die Urlaubszeit zu Ende geht und es kühler wird, steigt das Risiko neuer Corona-Infektionen so die WHO. Das liege daran, dass sich dann wieder mehr Menschen in geschlossenen Räumen statt draußen aufhalten, sagte eine Sprecherin. Ob und wann es in welchen Ländern zum neuen Anstieg von Infektionen oder einer zweiten Welle komme, sei nicht vorherzusagen.

"Wir wissen, dass das Virus sich draußen weniger effektiv verbreitet als in geschlossenen Räumen, dass gut gelüftete Räume weniger Risiko bergen als schlecht gelüftete und dass das Abstandhalten ebenfalls eine Rolle spielt", sagte die Sprecherin. "Umweltbedingungen wie Luftfeuchtigkeit, Temperaturen und UV-Strahlung dürften auch eine begrenzte Rolle spielen."

Die tatsächlichen Übertragungsraten hingen aber vom Verhalten der Menschen und den geltenden Schutzmaßnahmen ab, um das Risiko von Covid-19 und anderen Atemwegserkrankungen, die sich in kälteren Monaten ausbreiteten, einzudämmen. Es könne nötig sein, bereits aufgehobene Maßnahmen vorübergehend erneut zu verhängen.

Ein Marathon, kein Sprint

"Wir können keine Vorhersagen machen, wann die Pandemie weltweit oder in einem bestimmten Land ihren Höhepunkt erreicht, oder wo und wann wir mit neuen Höhepunkten oder Wellen von Fällen rechnen müssen", sagte die Sprecherin. Das Risiko eines Wiederaufflammens der Krankheit bestehe in jedem Land. "Mit der Pandemie umzugehen ist ein Marathon, kein Sprint." (apa, dpa, reuters)