Bei einem Doppelbombenanschlag im Süden der Philippinen sind am Montag mindestens 14 Menschen getötet und Dutzende weitere verletzt worden. Unter den Opfern seien zahlreiche Soldaten, erklärte das Militär. Der Angriff ereignete sich auf der Insel Jolo, wo von der Regierung unterstützte Sicherheitskräfte seit langem gegen die militante Islamistengruppe Abu Sayyaf kämpfen.

Zunächst war nach Angaben des Roten Kreuzes ein neben einem Militärfahrzeug geparktes Motorrad, an dem Sprengstoff befestigt war, in die Luft gegangen. Kurz darauf kam es in der Nähe zu einer zweiten Explosion. Bei mindestens fünf der Getöteten handle es sich um Soldaten, sagte der Offizier Corleto Vinluan vor Reportern.

Jolo als Hochburg von Abu Sayyaf

Die Explosion ereignete sich auf einer Hauptstraße in der Stadt Jolo in der Provinz Sulu, 1000 Kilometer südlich der Hauptstadt Manila. Jolo liegt im mehrheitlich muslimischen Süden der Philippinen und gilt als Hochburg von Abu Sayyaf. In der Region wurden in den vergangenen Jahrzehnten bei Kämpfen mit militanten Rebellen rund 150.000 Menschen getötet.

Die mit der Jihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) in Verbindung stehende Gruppe Abu Sayyaf wurde in den 90er Jahren mit Geld von Al-Kaida-Führer Osama bin Laden gegründet. Sie wurde durch die Entführung zahlreicher Ausländer bekannt. Im Jahr 2017 enthaupteten die Islamisten den 70-jährigen deutschen Segler Jürgen Kantner, nachdem die Forderungen nach einem Lösegeld von rund 600.000 Dollar (540.000 Euro) nicht erfüllt worden waren.

Erst vor zehn Tagen hatte sich ein Anführer der Miliz der Polizei gestellt. Anduljihad Susukan wird vorgeworfen, für Entführungen und Enthauptungen ausländischer Geiseln mitverantwortlich zu sein. Er hatte sich in Davao City auf der Insel Mindanao nach Verhandlungen gestellt. Der Islamist hatte dort zuvor medizinische Hilfe gesucht. Dem Festgenommenen werden den Angaben zufolge 23 Morde, fünf Entführungen und sechs versuchte Morde vorgeworfen. (apa, afo, dpa)