Mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 240 Kilometern pro Stunde traf der Sturm" Laura" am Donnerstag die Kleinstadt Cameron im US-Bundesstaat Louisiana, wie das U.S. National Hurricane Center (NHC) mitteilte. "Ergreifen Sie jetzt Maßnahmen, um Ihr Leben zu schützen", forderte das NHC die Bewohner auf. In dem Gebiet auf dem direkten Weg von Laura leben etwa vier Millionen Menschen.

Satellitenaufnahme von "Laura". - © APAweb / RAMMB/NOAA AMMB/NOAA
Satellitenaufnahme von "Laura". - © APAweb / RAMMB/NOAA AMMB/NOAA

Behördenangaben zufolge sind die meisten nach Evakuierungsbefehlen in sicherere Gebiete aufgebrochen. Der Sturm wurde nach dem Auftreffen auf das Festland von Kategorie vier auf Kategorie drei heruntergestuft. Dennoch wurde befürchtet, dass durch die Sturmflut das Wasser bis zu 65 Kilometer weit ins Land getrieben werden könnte.

"Es gibt wenig, um das Wasser aufzuhalten"

"Dies ist einer der stärksten Stürme, die diesen Küstenabschnitt je getroffen haben", sagte David Roth, ein Meteorologe des Nationalen Wetterdienstes (NWS). "Wir machen uns Sorgen, dass die Sturmflut bis weit ins Landesinnere vordringt. Es gibt wenig, um das Wasser aufzuhalten." Für viele sei es kaum vorstellbar, dass eine Wasserwand ins Land kommen könne, die so hoch sei wie ein zweistöckiges Haus, sagte Benjamin Schott, ebenfalls NWS-Meteorologe. "Aber genau das wird geschehen." Es sei möglich, dass man das nicht überleben werde.

Am Donnerstag befand sich das Zentrum des Sturms erst rund 50 Kilometer nordwestlich von Lake Charles in Louisiana. Es werde sich im Laufe des Tages weiter landeinwärts im Südwesten des Bundesstaates bewegen, teilte das NHC mit. Auf ihrem Weg verlor Laura an Geschwindigkeit, die Böen erreichten bis zu 195 Kilometern pro Stunde.

 Der Gouverneur von Texas, Greg Abbott, warnte, "Laura" sei einer der bisher bedrohlichsten Wirbelstürme. Die Menschen sollten sich unbedingt in Sicherheit bringen. "Euer Besitz lässt sich ersetzen, Euer Leben nicht", sagte Abbott. "Sie haben nur noch wenige Stunden, um sich vorzubereiten oder zu flüchten", hatte Louisianas Gouverneur John Bel Edwards bereits am Mittwoch gewarnt. US-Vizepräsident Mike Pence forderte die Menschen auf, sich an die Anweisungen der Behörden zu halten.

Bereits seit Tagen bereiteten sich Bewohner tief liegender Gebiete der US-Golfküste auf den Wirbelsturm vor. Sie verrammelten ihre Fenster mit Spanplatten und stapelten Sandsäcke vor ihren Häusern auf.

Hunderttausende in Sicherheit gebracht

Hunderttausende wurden bereits vorsorglich evakuiert. Unter den Städten, für die eine Zwangsevakuierung angeordnet wurde, sind Beaumont und Port Arthur in Texas, die vor drei Jahren bereits schwere Schäden durch Hurrikan "Harvey" erlitten hatten.

In Port Arthur packten viele Menschen ihre Sachen. "Wir müssen wirklich aufbrechen", sagte Jannette Zinos, die ihre Kinder ins Auto setzte. "Ich mache mir Sorgen, dass unser Haus über uns zusammenstürzt." In Lake Charles in Louisiana sagte Patricia Como, einige ihrer Angehörigen hätten sich zu Hause verschanzt, aber sie selbst werde "kein Risiko eingehen".

"Katrina" kam vor 15 Jahren

In New Orleans waren die Straßen wie leergefegt. Vor vielen Gebäuden in der historischen Altstadt stapelten sich Sandsäcke, Fenster waren zugenagelt. Fast auf den Tag genau vor 15 Jahren, am 29. August 2015, waren beim Hurrikan "Katrina" 80 Prozent der Stadt überschwemmt worden, mehr als 1.800 Menschen kamen ums Leben.

Auf "Lauras" Kurs durch die Karibik waren in den vergangenen Tagen mindestens 25 Menschen in Haiti und der Dominikanischen Republik ums Leben gekommen. Auch auf Kuba richtete der Sturm schwere Schäden an. Im Golf von Mexiko wurden mehr als hundert Ölplattformen sicherheitshalber geräumt. (apa, afp, reu)