In den USA ist es bei anhaltenden Protesten gegen Rassismus und Polizeigewalt erneut zu Zusammenstößen gekommen. In Rochester im Bundesstaat New York setzte die Polizei Samstagnacht Schlagstöcke, Pfefferspray-Geschosse und Tränengas ein, um etwa 2.000 Teilnehmer eines Protestzugs zurückzudrängen. Nach Angaben der Polizei missachteten die Demonstranten die Anweisung, den Protest aufzulösen.

Auf die Beamten seien Steine, Feuerwerkskörper und Flaschen geworfen worden. Es war die vierte Protestnacht infolge in Rochester, wo der Afroamerikaner Daniel Prude nach einem Polizeieinsatz im März ums Leben kam. Seine Familie veröffentlichte kürzlich Videoaufnahmen, die zeigen, wie Prude mit einer Haube über dem Kopf von Polizisten zu Boden gedrückt wird.

Polizeieinsatz in Rochester. - © APAweb / REUTERS, Brendan McDermid
Polizeieinsatz in Rochester. - © APAweb / REUTERS, Brendan McDermid

Mit Pistolen und Gewehren

Am Rande des jährlichen Kentucky-Derby-Pferderennens in Louisville stießen Anhänger der Black-Lives-Matter-Bewegung auf etwa 250 mit Pistolen und Gewehren bewaffnete Gegendemonstranten. In einem Park kam es zu Handgreiflichkeiten. Nur wenige Zentimeter voneinander entfernt wurde sich angeschrien. Nach 45 Minuten räumte die Polizei den Park, doch die Proteste gingen unweit der Pferderennstrecke weiter.

Hunderte Demonstranten skandierten "Keine Gerechtigkeit, kein Derby". Auch gut 250 bewaffnete Mitglieder der schwarzen Miliz NFAC marschierten zu dem von der Polizei bewachten Gelände, zogen dann aber ohne Zwischenfall wieder ab. Louisville ist einer der Brennpunkte der landesweiten Anti-Rassismus-Proteste. Dort starb im März die Schwarze Breonna Taylor, als Polizisten ihre Wohnung stürmten.

Auch in Portland im Bundesstaat Oregon blieb die Lage angespannt. Dort halten die Proteste seit drei Monaten an. Am Donnerstag erschoss die Polizei im angrenzenden Bundesstaat Washington einen 48-Jährigen, der wegen mutmaßlichen Mordes gesucht wurde, weil er vor einer Woche einen rechtsextremen Gegendemonstranten in Portland getötet haben soll. (apa, reuters)