Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) wird nach eigenen Angaben Vorwürfe des sexuellen Missbrauchs im Kampf gegen Ebola im Kongo untersuchen. Man sei "entsetzt" über Berichte angeblicher sexueller Ausbeutung und Missbrauch, teilte die WHO mit. Die Taten, die vermeintlich von Menschen, die sich als Mitarbeiter der WHO identifiziert hätten, verübt worden seien, sollen "rigoros untersucht" werden.

WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus habe eine gründliche Überprüfung der Vorwüfe angeordnet. Die WHO sagte nicht, um welche Vorwürfe es sich genau handelte. Zuvor hatte aber die Nachrichtenseite "The New Humanitarian"  zusammen mit der Thomson Reuters Foundation einen Bericht veröffentlicht, wonach 51 Frauen im Kongo Ebola-Helfern von der WHO und Hilfsorganisationen sexuelle Ausbeutung und Missbrauch zwischen 2018 und 2020 vorgeworfen hätten. Demnach wurden unter anderem die NGOs Oxfam, World Vision und Médecins Sans Frontières (MSF) genannt.


 Von August 2018 bis Ende Juni diesen Jahres herrschte im Osten des Kongos eine verheerende Ebola-Epidemie. 3481 Menschen erkrankten und 2299 Menschen starben. Der bisher zehnte Ebola-Ausbruch im dem zentralafrikanischen Land war besonders schwer in den Griff zu bekommen, weil in der betroffenen Region Konflikte herrschen. Derzeit gibt es im Westen des Kongos eine neue Ebola-Epidemie. (apa, dpa)