In Australien gibt es Forderungen nach einer Änderung des Wortlauts der Nationalhymne. Damit soll die 60.000 Jahre lange Geschichte der Ureinwohner des Landes gewürdigt werden. Der Vorstoß kommt von der Premierministerin des Bundesstaats New South Wales, Gladys Berejiklian. "Ich denke, es ist an der Zeit, die Zehntausende von Jahren der indigenen Bevölkerung auf diesem Kontinent anzuerkennen", sagte die Politikerin am Mittwoch dem Sender ABC.

Berejiklian möchte den Text der Hymne "Advance Australia Fair" von "We are young and free" ("Wir sind jung und frei") in "We are one and free" ("Wir sind eins und frei") ändern: "Wenn wir sagen, wir sind eins und frei, bedeutet dies, dass wir als Kontinent nicht wirklich jung sind. Wir sind Zehntausende von Jahren alt, wenn es um menschliche Bewohner geht."

Malarndirri McCarthy, Senatorin der Labour Party in der Region Northern Territory und selbst eine Aborigine der Gruppe der Yanyuwa, begrüßte den Aufruf. Sie sagte dem Sender Nine News, dies sei "der Beginn einer wichtigen Diskussion im ganzen Land". Der Vorstoß sei eine Gelegenheit für eine Verbesserung der Beziehungen zwischen Ureinwohnern und nicht-indigenen Australiern.

Viele indigene Sportler hatten zuvor offen gedroht, die Hymne zu boykottieren, weil sie nicht die Geschichte der Aborigines widerspiegele. Bei Partien der National Rugby League hatten einige Spieler zuletzt nicht mitgesungen. (apa, dpa)