Knapp zwei Jahre nach den Terrorattentaten auf zwei Moscheen in Neuseeland ist der offizielle Untersuchungsbericht zu dem Verbrechen veröffentlicht worden. Ein rechtsextremer Australier hatte im März 2019 in der Stadt Christchurch 51 Menschen erschossen und 50 weitere verletzt. Die Regierung von Premierministerin Jacinda Ardern kündigte am Dienstag an, alle 44 Empfehlungen des 792-seitigen Berichts umsetzen zu wollen.

Eine eigens eingesetzte Königliche Kommission hatte umfassend untersucht, wie die Attacken überhaupt möglich waren, wie der Täter seine Waffen bekam und welche Rolle Sicherheits- und Geheimdienste spielten. Ursprünglich hätte der Bericht bereits im Dezember 2019 veröffentlicht werden sollen.

"Die Royal Commission hat in keiner Regierungsbehörde Fehler festgestellt, die es ermöglicht hätten, die Planung und Vorbereitung des Täters aufzudecken. Aber sie hat viele Lehren gezogen und wichtige Bereiche identifiziert, die geändert werden müssen", hieß es in einer Erklärung Arderns.

Mängel bei System für Waffenlizenzen

Unter anderem habe es seit Jahren eine unverhältnismäßige Kontrolle der muslimischen Gemeinschaft durch Sicherheits- und Geheimdienste gegeben. Dies habe "eine unangemessene Konzentration von Ressourcen" zur Folge gehabt, erklärte Ardern. Die Kommission habe zudem Mängel im Waffenlizenzsystem des Landes aufgedeckt. Die Behebung dieser Probleme hätte die Attentate nicht verhindern können, "aber es handelte sich um Fehler, und dafür entschuldige ich mich", erklärte Ardern.

Sowohl die Polizei und als auch die Gesetzgebung zur Terrorismusbekämpfung sollen gestärkt werden. Die Regierung plant zudem ein Interventionsprogramm, um "eine umfassende Unterstützung für Personen zu entwickeln, die Frühzeichen einer Radikalisierung zeigen".

Der Täter war im August zu lebenslanger Haft ohne Möglichkeit auf Bewährung verurteilt worden. Die Terrorattacken gelten als das blutigste Verbrechen in der jüngeren Geschichte Neuseelands. (apa/dpa)