Hunderte syrische Flüchtlinge sind nach einem Feuer aus einer provisorischen Zeltstadt im Nordlibanon geflohen. Bei Kämpfen zwischen Lagerbewohnern und Jugendlichen aus der Gegend nahe der Küstenstadt Tripoli waren die Zelte in Brand gesetzt worden, wie Hilfsorganisationen am Sonntag berichteten. Mindestens drei Personen seien bei den Zusammenstößen verletzt worden. Wütende Jugendliche hätten daraufhin das Lager in Brand gesetzt, so die staatliche libanesische Nachrichtenagentur National News Agency. Der Vorfall ereignete sich demnach bereits am Samstag.

Die fast 400 geflohenen Bewohner hätten entweder in leerstehenden Schulen und Hotels oder anderen Lagern vorübergehend Unterschlupf gefunden, sagte ein Sprecher des UN-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR). Im Libanon leben über eine Million syrische Flüchtlinge, die seit Beginn des Bürgerkrieges in ihrem Land im Jahr 2011 geflohen sind. Viele Syrer sind seit langem im Libanon als Wanderarbeiter für wenig Geld in der Baubranche und in der Landwirtschaft tätig.

Zugenommene Spannungen

Die Spannungen zwischen Flüchtlingen und Einwohnern hatten in den vergangenen Jahren zugenommen. Helfer und Politiker machen dafür Rassismus, aber auch die Wut der von einer Finanzkrise betroffenen Libanesen verantwortlich. Sie werfen den Flüchtlingen vor, ihnen ihre Arbeitsplätze wegzunehmen. (reuters)