Indien hat erstmals zwei Corona-Impfstoffen eine Notfallzulassung erteilt. Neben dem in Indien entwickelten Impfstoff namens Covaxin handelt es sich um den des britisch-schwedischen Pharmakonzerns Astrazeneca. Die Vakzine des Serum Institute of India und von Bharat Biotech seien "für den eingeschränkten Gebrauch in Notfallsituationen zugelassen", teilte das Gesundheitsministerium am Sonntag mit.

Das Serum Institute stellt den Impfstoff, der von Astrazeneca und der Universität Oxford entwickelt wurde, für Indien und andere Märkte her. Damit ist in dem Land mit rund 1,3 Milliarden Einwohnern der Weg frei für eine der weltweit größten Impfaktionen.

Bei dem zweiten zugelassenen Präparat handelt es sich um den im dem südasiatischen Land entwickelten und hergestellten Impfstoff namens Covaxin. Dieser wurde von der Firma Bharat Biotech mit Unterstützung der Regierung entwickelt. "Es würde jeden Inder stolz machen, dass die beiden Impfstoffe, die eine Notfallzulassung erhalten haben, in Indien hergestellt werden", schrieb Premierminister Narendra Modi auf Twitter. Zur Wirksamkeit von Covaxin, das sich derzeit in Phase drei der klinischen Studien befindet, liegen jedoch noch keine Daten vor.

Vor Impfung von 300 Millionen

Die indische Regierung bereitet bereits seit längerem die Impfung von etwa 300 Millionen Menschen bis Juli vor, die noch in diesem Monat beginnen soll. Zunächst sollen unter anderem Mitarbeiter des Gesundheitswesens und Menschen über 50 Jahre geimpft werden. In Indien gibt es in absoluten Zahlen am zweitmeisten bekannte Corona-Fälle - insgesamt mehr als 10,3 Millionen. Nur in den USA wurden bisher noch mehr Fälle erfasst. Mehr als 149.000 Menschen starben in dem südasiatischen Land mit dem Virus. (apa, dpa)