Großbritannien fordert von Dubai ein Lebenszeichen von Prinzessin Latifa, nachdem ein Video Vermutungen über eine Gefangenschaft der Tochter des Emirs nach einem gescheiterten Fluchtversuch verstärkte. Die britische Regierung würde es in Anbetracht der Bilder begrüßen, wenn die Menschen sehen könnten, "dass sie am Leben ist und es ihr gutgeht", sagte Außenminister Dominic Raab am Mittwoch dem Sender Sky News. Das Video bezeichnete er als "zutiefst beunruhigend", man sehe eine junge Frau in großer Verzweiflung. Großbritannien sei darüber besorgt, sagte Raab der BBC. Die Vereinten Nationen würden dem Video nachgehen. Die BBC hatte am Dienstag ein Video veröffentlich, das von Scheicha Latifa stammen soll. Darin berichtet die 35-Jährige, dass sie in einer abgeriegelten Villa festgehalten werde. Von Dubai lag zunächst keine Stellungnahme dazu vor.

"Ich bin eine Geisel und diese Villa wurde in ein Gefängnis umgewandelt", sagt Latifa in dem Video. Alle Fenster seien vergittert. Das Video habe sie im Badezimmer der Villa aufgenommen, weil es der einzige Raum sei, den sie hinter sich abschließen könne. Reuters konnte nicht verifizieren, wann und wo das Video aufgenommen wurde. Die "Free Latifa"-Kampagne erklärte, sie habe ein Handy zu Latifa einschleusen können.

Latifa ist die Tochter des Dubai-Herrschers Mohammed bin Raschid al-Maktum. Vor zwei Jahren soll sie vergeblich versucht haben, das Emirat am Persischen Golf gegen den Willen ihres Vaters zu verlassen. Eine Menschenrechtsgruppe veröffentlichte ein Video über ihren spektakulären Fluchtversuch. Demnach floh sie verkleidet aus Dubai mit einer Freundin in einem Auto zur Küste und von dort mit einem Schlauchboot und Jetskis zu einem bereitstehenden Boot. Doch letztlich wurde sie demnach von einer Sondereinheit vor der indischen Küste gefasst und nach Dubai zurückgebracht.

Im vergangenen März hatte ein Londoner Gericht erklärt, es sehe eine Reihe von Anschuldigungen der Ex-Frau des Emirs, Prinzessin Haja, als bewiesen an, darunter auch, dass der Scheich eine Entführung von Latifa angeordnet habe. Die Anwälte des Scheichs wiesen die Vorwürfe zurück. (Reuters)