An den israelischen Stränden sind die Schäden mehr als offensichtlich. Auf fast 170 Kilometern Länge liegen überall klebrige schwarze Teerklumpen im Sand, dort, wo die Wellen ans Ufer klatschen, sind immer wieder schimmernde Ölschlieren zu sehen. Spuren von Öl und Teer finden sich zudem auch bei jenen Tiere, die Soldaten, Umweltschützer und freiwillige Helfer bei der Säuberung der betroffenen Standabschnitte entdecken. Schildkröten sind mit einem dunklen, klebrigen Film bedeckt, bei einem jungen Finnwal, der leblos an den Strand gespült wurde, ist in den Lungen ebenfalls eine schwarze Flüssigkeit gefunden worden.

Alles andere als offensichtlich ist dagegen die Ursache für die Ölpest, die nach Israel nun auch schon den Libanon erreicht hat. Das israelische Umweltministerium vermutet, dass die Teerreste von Öl oder Treibstoff stammen, die aus einem Schiff ausgelaufen sein könnten, das die Küste passierte. Laut Umweltministerin Gila Gamliel kommen neun Schiffe als Verursacher in Frage. Auf eine schwere Havarie gibt es derzeit allerdings keine Hinweise und mit einen geschätzten Volumen von nur mehreren Dutzend Tonnen ist die Menge des bisher an die Küsten getriebenen Öls auch um ein Vielfaches kleiner als bei den großen Umweltkatastrophen der Vergangenheit.

Einigermaßen mysteriös ist zudem das Vorgehen der israelischen Behörden in dem Fall. So hat ein Gericht in Haifa mittlerweile einem Antrag des Umweltministeriums stattgegeben, der eine Zensur aller Medienberichte über die Ölpest einfordert. Laut "Jerusalem Post" ist es damit verboten, Details zu veröffentlichen, mit den die Verdächtigen identifiziert werden könnten - also etwa Schiffsnamen, Routen oder auch Abfahrts- und Zielhäfen. In vielen israelischen Medien wurden die Zensurbestimmungen als "irregulär" beschrieben. Normalerweise werden Zensuranordnungen nur bei israelischen Militär- oder Geheimdienstoperationen in Kraft gesetzt.(rs)