Der Präsident des Tschad, Idriss Deby, ist bei Kämpfen gegen Rebellen ums Leben gekommen. Ein Armeesprecher erklärte am Dienstag im staatlichen Fernsehen, Deby sei gestorben, als er Truppen an einer Front im Norden des Landes besucht habe. Deby, der im Tschad seit 30 Jahren an der Macht war, war erst am Vortag zum Sieger der Präsidentenwahl am 11. April erklärt worden und hatte mit 79,32 Prozent der abgegebenen Stimmen eine sechste Amtszeit gesichert.

Die Wahl in dem von Armut und Terrorismus gebeutelten Staat fand in einem angespannten Klima statt. Soldaten haben mehr als 300 Rebellen getötet und 150 weitere festgenommen. Die schwerbewaffneten Kämpfer der "Front für Wandel und Eintracht im Tschad" (FACT) seien aus dem benachbarten Libyen in den Norden des Tschads eingedrungen und hätten sich bis zur weiter südlich gelegene Provinz Kanem vorgearbeitet, um von dort aus die Hauptstadt N"Djamena anzugreifen.

 

Allianz gegen Terrorismus

Die FACT ist eine 2016 gegründete politische und militärische Rebellenbewegung, die die Regierung von Déby destabilisieren will. Die britische und US-amerikanische Regierung haben ihre Staatsbürger aufgerufen, den Tschad schnellstmöglich zu verlassen.

Die ehemalige Kolonialmacht Frankreich unterstützt mit im Tschad stationierten französischen Soldaten und Kampffliegern die Allianz G5-Sahel im Kampf gegen den islamistischen Terrorismus in der Region. In der Sahelzone - die sich südlich der Sahara vom Atlantischen Ozean bis zum Roten Meer erstreckt - sind etliche Terrorgruppen aktiv. An der G5-Sahel-Militärallianz sind außer dem Tschad auch Mali, Mauretanien, der Niger und Burkina Faso beteiligt. (apa)