Der jüngere der beiden Schäferhunde, die vor 100 Tagen gemeinsam mit US-Präsident Joe Biden Quartier im Weißen Haus bezogen haben, darf zurückkehren. Major - quasi der "Second Dog", wenn man so will - war nach zwei Vorfällen, bei denen er zugebissen hatte, Mitte April erneut des Amtssitzes in Washington verwiesen worden. Nach einem speziellen Antiaggressionstraining, in dem auch einige Katzen eingesetzt wurden, darf er nun wieder beim Präsidentenpaar einziehen. Die Katzen spielen deshalb eine Rolle, weil Joe und Jill Biden offenbar ihren tierischen Hausstand um eine solche vermehren wollen.

Nicht das erste Training dieser Art

Die First Lady zeigte sich am Freitag in einem Interview mit NBC jedenfalls zufrieden: "Er ist zurück. Und er ist ein so süßer, liebenswerter Hund, wirklich." Die gemeinsame Zeit mit den Katzen habe ihm gutgetan, meinte Jill Biden. "Er hat es gut gemacht."

Nach seinem aggressiven Verhalten war Major in Washington gar zum Politikum geworden. Der Schäferhund war schon kurz nach Bidens Amtsantritt im Jänner aufgefallen. Bereits im März hatte er schon einmal das Weiße Haus verlassen müssen und war zurück in Bidens Haus nach Wilmington im Bundesstaat Delaware geschickt worden, nachdem er jemanden gebissen hatte. Außerdem hatte Major Angestellte und Sicherheitspersonal angesprungen und angebellt. Biden hatte damals gegenüber dem Sender ABC erklärt, sein Hund wolle nur ihn als Herrchen beschützen. Major erschrecke, wenn er im Weißen Haus "um die Ecke kommt, und da sind zwei Leute, die er nicht kennt". Major hat bereits zwei Trainings hinter sich - es bleibt also abzuwarten, ob die nunmehrigen Einheiten tatsächlich erfolgreich waren.

Der "First Dog" ist sanft

Bidens älterer Schäferhund Champ gilt im Gegensatz zu Major als brav und sanft. Er ist seit 2008 an der Seite des nunmehrigen Präsidentenpaares, das den ungestümen Major im Jahr 2018 aus dem Tierheim geholt hat. Der junge Hund an seiner Seite sollte Champ agil halten. Auf Trab hält er nun zumindest das Personal im Weißen Haus.

Major ist übrigens laut Bidens Team der erste Tierheimhund am Amts- und Wohnsitz des US-Präsidenten. Indirekt war er übrigens auch an einer Verletzung Bidens beteiligt: Dieser brach sich nämlich im vergangenen November einen Fuß, als er mit seinem jungen Schäferhund spielte.