Bill und Melinda Gates, zwei der reichsten Menschen auf der Welt, lassen sich nach 27 Jahren Ehe scheiden. Das Paar hatte schon länger Probleme, berichten Insider. Sie hätten sich schon vor einiger Zeit probehalber getrennt. Nun hat Melinda Gates die Scheidung eingereicht, Bill Gates hat die Entscheidung des Paares auf Twitter öffentlich gemacht. Ein Ehevertrag existiert nicht, die Aufteilung des Vermögens dürfte spektakulär werden - allein wegen des schieren Volumens, das der Microsoft-Gründer und seine einstige Mitarbeiterin angehäuft haben. Derzeit wird es auf 124 Milliarden US-Dollar geschätzt - obwohl beide schon viel von ihrem Geld gespendet haben. Sie gelten als die wichtigsten Philanthropen der Welt.

Die Trennung kam für viele überraschend; beide achteten in persönlichen Belangen sehr auf die Privatsphäre. Anders als bei der Trennung von Amazon-Gründer Jeff Bezos, dem reichsten Mann der Welt, von dessen Frau MacKenzie scheint es sich auch nicht um eine Dreiecks-Problematik zu handeln. Vermutet wird vielmehr ein neuer Lebensabschnitt nach der erfolgreichen Beendigung vieler ihrer Projekte. Das jüngste der drei Kinder ist 18 geworden, ausgezogen und besucht nun das College. Der von ihnen unterstützte Demokrat Joe Biden ist zum US-Präsidenten gewählt worden. Und die Welt hat gegen die Corona-Pandemie mehrere Impfungen zur Verfügung.

Die Bekämpfung von Covid-19 war für das Paar Gates zuletzt das wichtigste Anliegen. Schon 2015 warnte Bill Gates bei einem Ted-Talk, dass die Welt nicht auf eine Pandemie vorbereitet wäre und dass seines Erachtens die nächste Bedrohung eine Krankheit sei, die über die Luft übertragen wird. "Wenn etwas in den nächsten Dekaden mehr als 10 Millionen Menschen töten wird, dann wird es höchstwahrscheinlich ein hochinfektiöser Virus sein und kein Krieg", so Gates: Die Gegner wären "Mikroben, nicht Raketen".

Diese Hellsichtigkeit wird ihm von Verschwörungstheoretikern aber als Teil eines finsteren Planes ausgelegt. Die Bill und Melinda Gates Foundation hat Anteile in fast allen relevanten Pharma-Unternehmen, die sich mit Impfstoffen beschäftigen. Dazu zählen sowohl Biontech als auch Pfizer, aber auch Moderna und Curevac. Mit Vir Biontechnology hat die Foundation auch Anteile an einem Unternehmen, das sich mit Medikamenten zur Therapie von Covid-Patienten auseinandersetzt.

Kein Gesundheitspapst im Aktienportfolio

Allerdings steckt nicht das gesamte Vermögen in Pharma. Das Gates-Portfolio ist breit gestreut, dazu gehören Anteile an Coca-Cola, Pepsi, Unilever, Kraft-Heinz; Alkohol-Produzenten wie Anheuser-Busch und Pernod. Eine Milliarde Dollar steckt zudem in der Supermarktkette Walmart.

Diese breiten Veranlagungen sorgen auch dafür, dass nicht alle das philanthropische Engagement von Bill und Melinda Gates am Gesundheitssektor uneingeschränkt begrüßen. Die Gates-Familie macht über ihr Geld Politik. Dazu zählt etwa auch, dass ihre Stiftung der größte private Geldgeber der Weltgesundheitsorganisation WHO ist. Milliarden Dollar wurden bereits an die WHO gespendet, zumeist aber gebunden an einen von Gates gewünschten Zweck. Das Geld sollte vor allem für die Bekämpfung von Krankheiten wie Malaria eingesetzt werden, soll in die Forschung und in Impfpartnerschaften mit Pharmakonzernen fließen.

Kritiker befürchten, dass so - bewusst oder unbewusst - viele ebenso wichtige gesundheitliche Probleme wie falsche Ernährung und soziale Ungleichheiten von der WHO nicht angefasst werden. Einerseits, weil dafür kein Geld da ist, andererseits, weil der mächtigste Geldgeber in Limonaden und Alkoholika investiert.

Das allerdings mit Erfolg: Bill Gates gilt - jedenfalls vor seiner Scheidung - auch 2021 als der viertreichste Mann der Welt. Nummer eins ist laut aktueller Forbes-Liste Amazon-Gründer Bezos, gefolgt von Tesla-Gründer Elon Musk, der dank einer Explosion seines Aktienwertes im vergangenen Jahr sich unter die Top fünf der reichsten Milliardäre der Welt katapultierte. Nummer drei ist der Eigentümer der französischen Luxusmarken-Konglomerats LVMH, Bernard Arnault. Fünftreichster ist Facebook-Gründer Mark Zuckerberg.

Die philanthropische Arbeit mit ihrer Stiftung wollen Bill und Melinda trotz Scheidung gemeinsam weiterführen.