Nach dem Ausbruch eines Vulkans hatten die Behörden in der Demokratischen Republik Kongo am Samstag einen Evakuierungsplan für die nahe gelegene Millionen-Stadt Goma in Kraft gesetzt. Der rund zehn Kilometer von Goma entfernte Vulkan Nyiragongo war erstmals seit 20 Jahren wieder ausgebrochen. Tausende Menschen aus waren auf der Flucht. Am Sonntag berichteten Medien, der Lavastrom sei kurz vor der Großstadt vorerst gestoppt. Menschen, die in Panik ihre Häuser Samstagabend verlassen hatten, kehrten Sonntagfrüh wieder zurück.

Zuletzt vor 20 Jahren ausgebrochen

Der Nyiragongo gehört zu den weltweit aktivsten Vulkanen. Zuletzt war er 2002 ausgebrochen. Damals starben 250 Menschen und rund 120.000 wurden obdachlos, als Lavaströme Goma erreicht hatten. Er befindet sich im Virunga-Nationalpark, knapp 20 Kilometer nördlich der Stadt mit zwei Millionen Einwohnern und damit auch nahe der Grenze zu Ruanda. Der Park ist Afrikas artenreichstes Schutzgebiet und die Heimat der vom Aussterben bedrohten Berggorillas.

Ein Vulkan-Experte in Goma hatte es am Samstag als unwahrscheinlich bezeichnet, dass Lava die Stadt erneut treffen könne. Ein Regierungssprecher rief die Bevölkerung zur Ruhe auf und erklärte, die örtlichen Behörden würden mit den Vulkan-Spezialisten in Goma die Lage beraten. Was genau die Aktivierung des Evakuierungsplans für die Stadt bedeutet, war zunächst offen. (apa)