Nach dem Teileinsturz eines zwölfstöckigen Wohnhauses im US-Bundesstaat Florida in der Nacht auf vergangenen Donnerstag mit vorerst vier bestätigten Toten werden weiterhin 159 Menschen vermisst. Unterdessen wurde bekannt, dass ein Ingenieur schon vor drei Jahren davor gewarnt haben soll, dass es "große strukturelle Schäden" an der Betonplatte unter dem Pool-Deck und Risse und Abbröckelungen in der Tiefgarage gebe. Das berichtete die New York Times am Samstag.

Der Zeitung zufolge soll der Bericht des beratenden Ingenieurs Frank Morabito vom Oktober 2018 dazu beigetragen haben, dass Pläne für ein Reparatur des Gebäudes ins Auge gefasst wurden. Diese wurden aber nicht umgesetzt.

Die Verwaltungsgesellschaft des Gebäude-Komplexes soll inzwischen einige der baulichen Mängel offen gelegt haben. Vor allem am Beton und an Bewehrungsstäben soll es Schäden gegeben haben, so die "New York Times". Sie dürften auf die jahrelange Einwirkung der korrosiv-salzhaltigen Luft an der Küste Südfloridas zurückzuführen sein, hieß es.

Morabito gab in seinem Bericht keinen Hinweis darauf, dass das Gebäude einsturzgefährdet sei. Er merkte aber seinerzeit an, dass die notwendigen Reparaturen darauf abzielen müssten, "die strukturelle Integrität" des Gebäudes und seiner 136 Einheiten zu erhalten.

Das zwölfstöckige Wohngebäude Champlain Tower in der Stadt Surfside nördlich von Miami Beach war in der Nacht auf Donnerstag aus unbekannter Ursache eingestürzt. Einige Bewohner konnten sich noch über Treppen in Sicherheit bringen oder wurden von Balkonen gerettet. Es wird befürchtet, dass viele Bewohner im Schlaf vom Einsturz überrascht wurden und sich nun unter den Trümmern befinden. Die Suche nach möglichen Überlebenden war weiter im Gang, die Chance, dass solche drei Tage nach der Katastrophe gefunden werden, sinkt jedoch stündlich. (apa)