Weltweit steigen die Infektionszahlen. Die Delta-Variante ist auf Vormarsch, weshalb immer mehr Länder (wieder) zu verschärften Maßnahmen greifen - von Europa bis nach Asien. Thailand etwa zählte dort gestern knapp 10.000 Neuinfektionen, auch in den deutlich bevölkerungsarmen Niederlanden stiegen die Neuinfektionen sprunghaft auf 9.718 Fälle an. Und  Großbritannien registrierte gestern sogar 31.352 neue Infektionen mit dem Coronavirus.

Thailand zieht die Notbremse

Thailand trifft es dieser Tage dabei besonders schwer, was sich in den verschärften Maßnahmen zeigt. In der Hauptstadt Bangkok und neun besonders betroffenen Provinzen gelten seit Montag neue Corona-Beschränkungen. Das südostasiatische Land kämpft derzeit nämlich mit einer dritten schweren Corona-Welle infolge der hochansteckenden Alpha- und Delta-Varianten. Seit Beginn der Pandemie wurden nach Behördenangaben mehr als 345.000 Infektionsfälle und 2.791 Todesopfer verzeichnet - der Großteil davon in der jüngsten, im April ausgebrochenen Corona-Welle.

Für die mehr als zehn Millionen Menschen gilt in Bangkok nun eine Ausgangssperre zwischen 21.00 Uhr und 04.00 Uhr. Versammlungen mit mehr als fünf Teilnehmern sind untersagt, die öffentlichen Verkehrsmittel stellen ab 21.00 Uhr den Betrieb ein. Supermärkte, Restaurants, Banken, Apotheken und Elektronikgeschäfte in Einkaufszentren dürfen geöffnet bleiben, alle anderen Geschäfte müssen schließen.

Die ersten Corona-Fälle der jüngsten Welle gehen auf Nachtclubs in Bangkok zurück, die häufig von der thailändischen Elite und Politikern besucht werden. Vor allem die armen Bevölkerungsschichten in den Slums von Bangkok, wo das Einhalten der Abstandsregeln nahezu unmöglich ist, sind besonders von der Pandemie betroffen.

Enorme Fallzahlen auch in den Niederlanden

Auch die Niederlande kämpfen mit enorm steigenden Infektionszahlen. Clubs und Discos müssen von Samstag an erneut schließen. Für Gaststätten ist um Mitternacht Schluss, wie Ministerpräsident Mark Rutte am Freitag in Den Haag mitteilte. Nach nur knapp zwei Wochen bedeutet das wieder das vorläufige Aus fürs Nachtleben.

Festivals und andere Großveranstaltungen ohne feste Sitzplätze, bei denen kein Sicherheitsabstand gehalten werden kann, werden wieder untersagt. "Wir müssen die schnelle Verbreitung des Virus abbremsen", mahnte der Regierungschef. Rutte mahnte seine Landsleute zur Vorsicht.

Zuletzt waren in den Niederlanden rund 7.000 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden registriert worden - etwa sieben Mal so viel wie in der Vorwoche. Allein in einer Diskothek in Enschede nahe der deutschen Grenze hatten sich 200 Menschen infiziert, vor allem Jugendliche. Der Zugang war nur mit einem negativen Testergebnis möglich. Offenbar gab es aber viele Fälschungen. Im Vergleich zur Vorwoche hat sich die Sieben-Tages-Inzidenz auf 94 verdoppelt.

Inzwischen hat sich die Sieben-Tages-Inzidenz wieder auf 94 verdoppelt. Gesundheitsbehörden machen dafür die sehr ansteckende Deltavariante des Virus verantwortlich. Etwa 40 Prozent der niederländischen Bevölkerung sind inzwischen vollständig geimpft. Zwei Drittel haben zumindest eine Spritze erhalten. (apa)