In der EU haben bereits 70 Prozent aller Erwachsenen mindestens eine Impfdosis gegen das Coronavirus erhalten. Zudem bestätigte EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen am Dienstag, dass bereits 57 Prozent der volljährigen EU-Bürgerinnen und Bürger einen vollen Impfschutz erhalten haben. Mit diesem Fortschritt habe Europa im weltweiten Vergleich aufgeholt. In Österreich haben bereits 55,48 Prozent der impfbaren Bevölkerung (ab 12 Jahren) einen vollständigen Impfschutz erhalten, 66,41 Prozent sind zumindest einmal geimpft.

Im globalen Vergleich liegt Kanada bei den großen Ländern vorne. Dort haben ganze 71,01 Prozent der Erwachsenen mindestens eine Impfdosis erhalten. In Großbritannien haben 68,63 Prozent zumindest einen Stich hinter sich, 56,10 Prozent sind vollimmunisiert.

Steigende Fallzahlen in Israel und Großbritannien

Doch hohe Impfquoten schützen aber nicht gänzlich vor steigenden Fallzahlen: Großbritannien und Israel haben trotz hoher Durchimpfung der Bevölkerung erneut mit steigenden Infektionszahlen zu kämpfen. In Israel wurden am Dienstag 2.065 neue Fälle binnen 24 Stunden verzeichnet. Wie in Großbritannien hat auch Israel die hohen Fallzahlen der ansteckenden Delta-Variante zu verdanken. Eine stagnierende Impfquote macht aktuell vor allem den USA zu schaffen, wo die Zahl der Neuinfektion derzeit wird steigt: Dort sind 48,79 Prozent der Bevölkerung vollimmunisiert, 56,73 Prozent haben zumindest einen Stich erhalten.

Ungleiche Vakzin-Verteilung: Entwicklungsländer im Kampf gegen Delta

Deutlich geringer fällt hingegen die globale Impfquote aus: Mit 26. Juli 2021 haben 27,46 Prozent der Weltbevölkerung zumindest ihren Erststich erhalten. Nur knappe 13,92 Prozent sind bereits vollimmunisiert.

 Das enorme Ungleichgewicht der Impfstoff-Verteilung zeigt nicht zuletzt der Blick in den globalen Süden auf. In Indonesien sind erst 16,35 Prozent der Bevölkerung vollimmunisiert, in Thailand sind es 17,35 Prozent. Auch Indien hat sich nach wie vor einem harten Kampf gegen die dort immer mehr dominierende Delta-Variante zu stellen: Die dortige Vollimmunisierungsrate liegt lediglich bei 6,91 Prozent – weit unter dem globalen Durchschnitt. Im Gegensatz dazu diskutiert der Westen bereits um eine Booster-Impfung in Anbetracht der höchst-infektiösen Delta-Variante.

Die Ungleichheit der globalen Impfstoffverteilung macht vor allem Entwicklungsländern zu schaffen. In einigen Staaten Afrikas zeigen sich die Impfquoten alarmierend niedrig: Mosambik verzeichnet eine Vollimmunisierung von nur 1,19 Prozent der Gesamtbevölkerung. Auch Nigeria, Sudan und der Irak bilden mit Impfquoten im 1-Prozent-Bereich die Schlusslichter der weltweiten Impfdebatte. (red/apa/dpa)