Das Wetter kennt offenbar keine Gnade mit den von Waldbränden heimgesuchten südeuropäischen Ländern: So droht Süditalien, der Türkei und Griechenland diese Woche erneut eine Hitzewelle von mehr als 40 Grad. Diese wird es alles andere als leicht machen, der Brände Herr zu werden - ganz im Gegenteil, die Hitze könnte die Feuer erneut anfachen.

Und auch wenn einige der Brände in den vergangenen Tagen unter Kontrolle gebracht wurden, kann von Entwarnung keine Spur sein: In Süditalien bedrohen Feuer zunehmend Landwirtschaft und Naturschutzgebiete, in der Türkei sind weiterhin Großbrände außer Kontrolle, und in Griechenland steht ein großer Teil der Insel Euböa in Flammen, auch die Halbinsel Peloponnes ist stark betroffen.

Den Ländern wird deshalb auch internationale Hilfe zuteil, unter anderem aus Österreich. 35 Feuerwehrleute aus Salzburg und Tirol machten sich am Montag auf den Weg nach Griechenland. Die Mannschaft reiste mit elf Fahrzeugen - darunter vier Tanklöschfahrzeuge mit 3.000- beziehungsweise 4.000-Liter-Wassertanks und ein schweres Rüstfahrzeug mit Kran und Winde, um Bäume auf die Seite heben zu können - an. Athen hatte über den Europäischen Zivilschutz-Mechanismus um Hilfe gebeten.

Die Türkei wiederum hat Löschflugzeuge aus Russland gemietet - laut Medienberichten hatte die türkische Regierung bei Ausbruch der Brände viel zu wenige Löschflugzeuge einsatzbereit. So mussten manche Gemeinden tagelang auf Hilfe warten, während verzweifelte Lokalpolitiker ihre Hilfsaufrufe an die Behörden im Internet posteten.

Und auch international wird die türkische Regierung immer wieder kritisiert, den Klimawandel zu unterschätzen. So hat die Türkei das Pariser Klimaschutzabkommen nicht ratifiziert.

Auch wenn die Brände oft gelegt sind, verschärft der Klimawandel laut Forschern die Situation massiv: Es wird immer heißer, es fällt immer weniger Regen, und die Böden werden immer trockener.

In Griechenland wiederum warnt der heutige Premier und frühere Vorsitzende des Umweltausschusses schon lange vor den Folgen des Klimawandels. Konkrete Maßnahmen gab es aber eher wenige, zu sehr war das Land mit der schweren Wirtschaftskrise beschäftigt.

Die politische Diskussion geht auch in eine ganz andere Richtung: So hagelt es Beschwerden von der schwer betroffenen Insel Euböa, dass Athen bei der Brandbekämpfung, etwa bei dem Einsatz von Löschflugzeugen, bevorzugt werde. Die Regierung verweist darauf, dass in der Millionenstadt besonders viele Menschen gefährdet wären.