Zum ersten Mal überhaupt hat die US-Regierung einen Wassermangel am Colorado River, der für Millionen Menschen im Südwesten der USA lebenswichtig ist, ausgerufen.

Das wichtigste Reservoir des Flusses, der Lake Mead, fließt in alarmierendem Tempo ab. Die Bundeswasserbehörde ordnet daher Kürzungen der Wasserversorgung an. Die Behörden machten den Klimawandel für die historische Dürre verantwortlich, als sie am Montag die Kürzungen der Wasserzufuhr ankündigten. Rund 40 Millionen Menschen in den USA und Mexiko sind auf die Wasserversorgung über den Fluss angewiesen.


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Dürre-Monitor für Nordamerika

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Der Lake Mead, der nach dem Bau des Hoover-Damms in der Nähe von Las Vegas entstanden ist, versorgt Arizona, Nevada, Kalifornien und Mexiko mit Wasser. Der Pegelstand des Sees ist heute so niedrig wie seit seiner Entstehung in den 1930er Jahren nicht mehr. Die erste Runde der durch die Wasserknappheit ausgelösten Kürzungen der Wasserversorgung wird voraussichtlich ab Januar vor allem die Landwirte in Arizona betreffen. Auch in Nevada wird erwartet, dass der Wasserverbrauch ab dem nächsten Jahr reduziert wird, doch haben die Behörden des Bundesstaates nach eigenen Angaben die Wasserlieferungen bereits verringert. Weitere Kürzungen könnten im nächsten Jahr erfolgen, wenn der Pegel des Lake Mead weiter sinkt.


Folgen der Klimaerwärmung

Die stellvertretende Kommissarin des Bureau of Reclamation, Camille Touton, sagte am Montag auf einer Pressekonferenz, dass die Entscheidung, die Wassermenge zu reduzieren, nicht leichtfertig getroffen wurde. Sie sagte, dass "zusätzliche Maßnahmen in naher Zukunft wahrscheinlich notwendig sein werden".

Der größte Teil des Westens der USA wird von einer historischen, mehrjährigen Dürre heimgesucht. In einem in der vergangenen Woche veröffentlichten UN-Bericht wird davor gewarnt, dass Dürren mit der Erwärmung der Erde immer häufiger und intensiver werden. Die Autoren des Berichts stellten fest, dass Dürren, die normalerweise alle 10 Jahre auftreten, jetzt um 70 Prozent häufiger vorkommen. Nicht alle Dürren sind auf den Klimawandel zurückzuführen, aber die überschüssige Wärme in der Atmosphäre entzieht der Erde mehr Feuchtigkeit und verschlimmert die Dürren.

Der Klimabericht ist Alarmstufe Rot für die Menschheit: Seit Beginn des Industriezeitalters hat sich die Welt bereits um etwa 1,2 °C erwärmt, und die Temperaturen werden weiter steigen, wenn die Regierungen in aller Welt ihre Emissionen nicht drastisch reduzieren.