Nach dem coronabedingten Ausfall im vergangenen Jahr und der Verschiebung im Februar sind beim Karneval von Rio de Janeiro wieder die besten Sambaschulen der Stadt zu den berühmten Umzügen im Sambodrom gestartet. "Das ist ein wunderbares Gefühl, zurück zu sein", sagte João Paulo Damasio von der "Mangueira", einer der beliebtesten Sambaschulen Rios, der Deutschen Presse-Agentur am Freitagabend. "Spezieller als in anderen Jahren, die doppelte, dreifache Emotion."

Die Karnevalsmetropole hatte unter dem Fehlen der größten Party der Welt sehr gelitten. "Ich habe es sehr vermisst, mit den Leuten zusammen zu sein, Spaß zu haben. Brasilianer brauchen diese menschliche Wärme", sagte Damasio der dpa. Die Bewohner der Stadt und Mitglieder von Sambaschulen sind froh, dass es nach zwei Jahren nun wieder Umzüge gibt, Rio wieder Samba tanzt, der Karneval mit seinen üppigen Formen und überschwänglichen Farben zum Träumen einlädt. Die Sambaschulen nehmen mit auf Fantasiereisen.

Meisterschaft der Sambaschulen

Den Anfang in der Spezialgruppe machte am Freitagabend die "Imperatriz Leopoldinense". Sie würdigte den Regisseur Arlindo Rodrigues, der die Imperatriz im Jahr 1980 zu ihrem ersten von acht Siegen bei der Meisterschaft der Sambaschulen geführt hatte. Die "Mangueira", beim bisher letzten Karneval 2020 Siegerin mit einer Neuauslegung des Lebens Jesu, sollte diesmal anschließend in die Geschichte der Schule blicken.

Insgesamt sechs der zwölf Top-Schulen sollten bis in den frühen Samstagmorgen (Ortszeit) auftreten. Am Samstagabend standen dann die Auftritte der anderen sechs Sambaschulen der ersten Liga an. Bürgermeister Eduardo Paes hatte zwar das größte Karnevalsfest der Geschichte angekündigt. Erwartet wurde aber ein Karneval der Überraschungen. Die Pandemie hatte auch die finanziell stärksten Sambaschulen getroffen, die Karten waren neu gemischt. (dpa)