Die Zahl der weltweit an Hunger leidenden Menschen ist laut Schätzungen der Vereinten Nationen (UNO) im vergangenen Jahr weiter gestiegen. Zwischen 702 und 828 Millionen Menschen waren 2021 von Hunger betroffen, wie es im jährlichen Bericht zur weltweiten Versorgungslage hieß, der am Mittwoch in New York vorgestellt wurde. Das seien etwa 46 Millionen mehr als im Vergleich zum Mittelwert des Vorjahres (721 Millionen).

Die Herausforderungen, Hunger und Mangelernährung zu beenden, wüchsen, schrieben mehrere UNO-Organisationen, darunter UNICEF, die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation (FAO).

Klimawandel und Konflikte

In ihrem Bericht führten die Experten die gestiegene Zahl Hungernder auf die Corona-Pandemie, die Folgen des Klimawandels und Konflikte zurück. Zum Beispiel hätten sich die Volkswirtschaften in den von der Pandemie am stärksten betroffenen Ländern ungleich erholt - und Einkommensverluste teils gar nicht. Nach den aktuellsten UNO-Zahlen von 2020 konnten sich fast 3,1 Milliarden Menschen deshalb keine gesunde Ernährung leisten.

Der russische Angriffskrieg in der Ukraine birgt demnach ein weiteres Risiko, da Lieferketten wegen des Konflikts unterbrochen wurden. Die Ukraine ist unter anderem ein wichtiger Exporteur von Getreide. Infolge des Konflikts stiegen die Lebensmittelpreise im ersten Halbjahr 2022 deutlich. Besonders schlimm ist die Lage bei der Versorgung mit Nahrungsmitteln der UNO zufolge in Ländern des Nahen Ostens und in Afrika. (apa)