Der Norden der Philippinen ist am Mittwoch von einem heftigen Erdbeben erschüttert worden. Mindestens vier Menschen wurden getötet. 60 Menschen seien bei dem Beben der Stärke 7,1 verletzt worden, teilte Innenminister Benjamin Abalos mit. Das Epizentrum befand sich in dem Ort Lagangilang in der Provinz Abra. Die Region liegt im Norden der Insel Luzon, 335 Kilometer nördlich der Hauptstadt Manila.

173 Gebäude seien beschädigt und 58 Erdrutsche durch die Erschütterungen ausgelöst worden. Am meisten betroffen war die Provinz Abra selbst, wo allein 44 Menschen verletzt wurden. Dort riss das Beben ein Loch in der Fassade eines Krankenhauses. Nach offiziellen Angaben musste das Gebäude evakuiert werden, Patienten wurden jedoch nicht verletzt.

Eine Tsunami-Warnung gab es nicht. Das Institut für Vulkanologie und Seismologie der Philippinen (Phivolcs) bezifferte das Beben, das sich am Mittwoch kurz vor 9.00 Uhr (Ortszeit; 3.00 Uhr MESZ) ereignete, zunächst auf eine Stärke von 7,3. Später wurde der Wert auf 7 revidiert.

Auch zahlreiche Gebäude und Brücken seien beschädigt worden, sagte die Bürgermeisterin von Lagangilang. In einigen betroffenen Gebieten fielen Strom und Funksignale aus. "Alle 15 Minuten spüren wir Nachbeben", erklärte die Vize-Gouverneurin der Provinz, Joy Bernos, im philippinischen Fernsehen.

Auf dem Pazifischen Feuerring

Die örtliche Kongressabgeordnete Ching Bernos teilte im Internet Fotos, auf denen halb eingestürzte oder zur Seite gekippte Häuser sowie Gebäude mit großen Rissen und zerbrochenen Glasfenstern zu sehen waren. Die Erdstöße waren bis in die Metropole Manila zu spüren, wo Menschen aus Wohnhäusern und Büros in Sicherheit gebracht wurden. Mehrere Hochhaustürme wurden evakuiert. Auch der Betrieb der Hochbahn im Großraum Manila wurde vorsichtshalber eingestellt.

Die Philippinen liegen auf dem Pazifischen Feuerring - der geologisch aktivsten Zone der Erde. Beim letzten heftigen Beben der Stärke 7,1 waren 2013 im Zentrum des südostasiatischen Inselstaates 220 Menschen getötet worden. Im Juli 1990 starben auf der Insel Luzon mehr als 2.400 Menschen bei einem Beben der Stärke 7,8. (apa/dpa/reuters)