In einer Kindertagesstätte in Thailand sind bei einem Amoklauf nach Polizeiangaben mehr als 30 Menschen getötet worden. Unter den Todesopfern seien mindestens 22 Kinder, teilte die Polizei am Donnerstag mit. Der Täter ist ein ehemaliger Polizist, der auch sich selbst, seine Frau und sein Kind getötet habe. Zwölf weitere Personen seien verletzt worden.

Kurz vor der Tat habe der Ex-Polizist wegen Drogenbesitzes vor Gericht gestanden. Er sei vor einem Jahr wegen ähnlicher Vorwürfe aus dem Dienst entlassen worden, berichtete die Polizei. Vize-Polizeichef Torsak Sukwimol sprach am Donnerstagnachmittag (Ortszeit) zunächst von mindestens 34 Toten, später stieg die Zahl auf 36.

"Der Schütze kam um die Mittagszeit und erschoss zunächst vier oder fünf Mitarbeiter der Kindertagesstätte", sagte die Bezirksbeamtin Jidapa Boonsom, die zu dieser Zeit in einem nahe gelegenen Büro arbeitete. Unter den Getöteten sei auch eine im achten Monat schwangere Erzieherin.

Etwa 30 Kinder hätten sich während des Tat in der Kita aufgehalten. Das sei eine geringere Anzahl als an anderen Tagen, da starker Regen am Donnerstag viele Eltern und Kinder ferngehalten habe. Der Angreifer soll nach Angaben der Polizei aufgebracht gewesen sein, als er feststellte, dass sein Kind nicht anwesend sei. Daraufhin soll er Umstehende, Kindergartenpersonal und Kinder mit Schusswaffe und Messer bedroht und getötet haben.

Die Bluttat ereignete sich im Bezirk Na Klang in der Provinz Nong Bua Lamphu im Nordosten des Landes unweit der Grenze zu Laos. Das örtliche Krankenhaus rief zu Blutspenden auf, wie die Zeitung "Khaosod" berichtete.

Der Täter soll mit Schusswaffen und Messern bewaffnet gewesen sein und sich gewaltsam Zutritt zu dem Gebäude verschafft haben, zitierte die Zeitung "Bangkok Post" die Behörden. Dann habe er umgehend das Feuer eröffnet. Anschließend soll er zunächst in einem weißen Pick-up auf der Flucht gewesen sein, ehe er seine Familie auslöschte und Suizid beging.

Vor der Tat vor Gericht

Der Täter soll wegen Drogendelikten vor einem Jahr aus dem Polizeidienst entlassen worden sein. Laut Polizei stand er unmittelbar vor der Tat vor Gericht. Die Angehörigen der Opfer seien völlig verzweifelt, schrieb "Khaosod".

Im buddhistisch geprägten Thailand kommt es selten zu Verbrechen mit vielen Toten. Im Februar 2020 hatte ein Soldat bei einem Amoklauf 29 Menschen getötet. Er hatte in einem Einkaufszentrum in Nakhon Ratchasima im Nordosten des Landes Geiseln genommen. Er wurde von Sicherheitskräften erschossen. (apa/reuters/dpa)