Bei einem Erdbeben auf der indonesischen Hauptinsel Java sind am Montag zahlreiche Menschen ums Leben gekommen und Hunderte verletzt worden. Bisher wurden nach Angaben des Gouverneurs von West-Java, Ridwan Kamil, 162 Tote gezählt. Vermutlich werde die Zahl der Opfer weiter steigen, da mehrere Ortschaften nicht erreichbar seien, sagte Kamil. Durch das Beben wurden zahlreiche Gebäude zerstört, Tausende Menschen wurden obdachlos.

Das Beben hatte nach Angaben der indonesischen Behörde für Geophysik und Meteorologie eine Stärke von 5,6. Das Epizentrum lag in der Stadt Cianjur in einer Tiefe von rund zehn Kilometern. Der Erdstoß war selbst in der 75 Kilometer entfernten Hauptstadt Jakarta noch zu spüren. Binnen zwei Stunden wurden 25 Nachbeben registriert, weshalb die Behörden die Menschen dazu aufriefen, zunächst im Freien zu bleiben. Befürchtet wird auch, dass schwere Regenfälle zu Erdrutschen auf nun instabil gewordenen Hängen führen könnten.

In Cianjur wurden nach Angaben der Katastrophenschutzbehörde mehr als 1.770 Häuser zerstört, knapp 4.000 Menschen verloren ihre Bleibe. Mehr als 20 Menschen waren unter Trümmern gefangen. Ein Erdrutsch habe mehrere Ortschaften vom Rest des Landes abgeschnitten, sagte der Chef der Regionalregierung von Cianjur, Herman Suherman. Zudem könne die Region nicht mit Strom versorgt werden, was die Kommunikation erheblich erschwere.

Das vollständige Ausmaß der Schäden war nach Angaben der indonesischen Behörde für Geophysik und Meteorologie noch nicht bekannt. Bildaufnahmen des Senders Metro TV zeigten, wie offenbar Hunderte Verletzte auf dem Parkplatz eines Krankenhauses versorgt wurden.

In Indonesien kommt es regelmäßig zu Erdbeben. Der Inselstaat liegt am pazifischen Feuerring, in einer seismisch hochaktiven Zone mit zahlreichen Vulkanen, in der verschiedene Platten der Erdkruste aufeinandertreffen.