Bewaffnete Angreifer haben in der somalischen Hauptstadt Mogadischu ein Hotel nahe des Präsidentenpalastes gestürmt und mindestens zehn Menschen getötet. Darunter seien auch zwei Personen mit einer doppelten somalisch-britischen Staatsbürgerschaft, sagte Mohamed Dahir von der somalischen Polizei der deutschen Presse-Agentur.

Nach Angaben von Anwohnern und eines Polizisten waren am Montag Schüsse aus dem Inneren des Gebäudes zu hören. "Hin und wieder hören wir auch Explosionen", sagte Ismail Haaji, der in der Nähe der am Sonntag von Mitgliedern der Al-Schabaab-Miliz gestürmten Villa Rose wohnt. "Wir sind seit letzter Nacht, als die Besetzung anfing, immer noch in unseren Häusern." Nach Angaben eines Polizisten vor Ort haben inzwischen Spezialeinheiten den Einsatz übernommen. Einigen Regierungsvertretern sei es gelungen, über Fenster aus dem Gebäude zu entkommen. "Und die Sicherheitskräfte versuchen, die Leute, die im Hotel festsitzen, zu retten."

Unter den Verletzten war den Angaben nach der somalische Sicherheitsminister Ahmed Mohamed Doodishe. Das Hotel ist bei Politikern beliebt. Die mit Al-Kaida in Verbindung stehende Terrormiliz Al-Shabaab sprach in ihrem Propaganda-Radioprogramm von Kämpfen innerhalb des Hotels.

Der Angriff in Mogadischu erfolgte zwei Tage nach einer großangelegten Militäraktion der somalischen Regierungstruppen im Zentrum des Landes, bei der nach Regierungsangaben 100 Al-Shabaab-Mitglieder getötet wurden.

Serie von Anschlägen

Somalia, ein Land am Horn von Afrika mit etwa 16 Millionen Einwohnern, wird seit Jahren von Anschlägen und Gewalt erschüttert. Seit mehreren Monaten geht die Regierung in Mogadischu mit einer militärischen Offensive gegen Al-Shabaab vor.

"Wir wurden von einer gewaltigen Explosion erschüttert, gefolgt von einem heftigen Schusswechsel", berichtete der Bewohner Ahmed Abdullahi. "Wir sind nur im Haus und hören die Schüsse." Zwei Polizeibeamte sagten Reuters, die Angreifer hatten das Hotel Villa Rose gestürmt. Es sei unklar, wie viele es seien. Einige Regierungsbeamte seien durch Fenster geflüchtet und seien dann in Sicherheit gebracht worden.

Die Islamisten hatten vergangenen Monat mindestens 120 Menschen bei zwei Autobombenanschlägen auf das Bildungsministerium in Mogadischu getötet. Die Attacke reiht sich ein in eine Serie von Anschlägen und Kämpfen, die Somalia seit Jahren erschüttern. 1991 stürzten mehrere Milizen gemeinsam Diktator Siad Barre, kämpften dann aber gegeneinander. Die Al-Shabaab bekämpft die von den Vereinten Nationen (UN) und Soldaten der Afrikanischen Union (AU) unterstützte Regierung und will ein islamistisches Regime errichten. (apa/dpa/reuters)