Canberra. Australien kämpft gleich zum Jahresbeginn wieder mit extremen Wetterereignissen. Nach verheerenden Regenfällen gleichen Teile der Region Kimberley im Nordwesten des Landes einem gigantischen See. Es könne Wochen dauern, bis der Ort Fitzroy Crossing mit 1.500 Einwohnern und etwa 50 Outback-Gemeinden, in denen Ureinwohner leben, wieder auf dem Landweg zugänglich seien, sagte der Minister für Notfallmanagement, Murray Watt, am Donnerstag im australischen Radio.

Mittlerweile ist Berichten zufolge auch der Ort Derby mit 3.000 Einwohnern komplett isoliert. Die Behörden hatten zuvor von einer Jahrhundertflut in der Region gesprochen. Verantwortlich sind Ausläufer des Zyklons Ellie. Die Niederschläge sollten erst am Freitag Richtung Northern Territory abziehen. Die Regierung werde das Militär entsenden, um den Bewohnern in den betroffenen Gebieten zu helfen, kündigte Watt an. Wegen des extrem hohen Wasserpegels sei in dem ganzen Gebiet vorsorglich der Strom abgestellt worden, berichtete der Sender ABC unter Berufung auf den Betreiber Horizon Power.

Mehr als 200.000 Blitze in einer Nacht

Das Hochwasser beeinträchtigt auch die Versorgung im gesamten Westen Australiens. Der Great Northern Highway, der die Metropole Perth mit der nördlichen Hafenstadt Wyndham verbindet, ist in beide Richtungen unpassierbar. Die Schnellstraße ist die einzige Transportroute in den Norden. Gesperrt sei eine 700 Kilometer lange Strecke, nachdem eine Brücke nahe Fitzroy Crossing erheblich von den Wassermassen beschädigt worden sei, berichtete die australische Nachrichtenagentur AAP. Die Reparaturarbeiten könnten Monate dauern.

Auch aus anderen Landesteilen kommen Berichte über extreme Wetterphänomene: So gab es in Queensland an der Ostküste in der Nacht zum Donnerstag ein Unwetter, bei dem mehr als 200.000 Blitze niedergingen, wie Medien berichteten. Der Sender 9News sprach von einer "spektakulären Lichtershow" - mit Folgen: Tausende Menschen hatten am Donnerstag nördlich von Brisbane keinen Strom.

Weltklimarat warnt vor häufiger werdenden Wetterereignissen

Im Südwesten des Bundesstaates Western Australia waren Menschen hingegen vor einem Buschfeuer auf der Flucht. Die Flammen wüteten etwa 220 Kilometer südlich der Millionenstadt Perth in Ortschaften rund um Newlands. Die Behörden warnten, der Brand sei "unvorhersehbar und außer Kontrolle". Jedoch habe die Aktivität des Feuers im Laufe des Tages abgenommen, teilten die Notdienste mit.

Überflutete Straße am 3. Jänner 2023 in Fitzroy Crossing (Australien). 
- © reuters / Callum Lamond

Überflutete Straße am 3. Jänner 2023 in Fitzroy Crossing (Australien).

- © reuters / Callum Lamond

Bereits im vergangenen Jahr gab es in Down Under immer wieder Überschwemmungen und Hitzerekorde. Australien leidet besonders unter den Folgen des Klimawandels. Ein Bericht des Weltklimarates (IPCC) vom Februar 2022 geht davon aus, dass das Land in Zukunft noch häufiger von verheerenden Naturereignissen heimgesucht wird. (apa/dpa)