Wien. (best) Wider alle Hoffnung einen scheinbar aussichtslosen Kampf zu führen zahlt sich aus. Diesen Schluss kann man aus der Geschichte von Ousmane C. ziehen, dessen Abschiebung buchstäblich in letzter Sekunde verhindert wurde. Zu danken ist das dem Einsatz vieler Helfer. Fünf wurden am Donnerstag mit dem Ute-Bock-Preis ausgezeichnet.

Ousmane wurde in Guinea für seinen Einsatz als Studentenvertreter mit dem Tod bedroht und gefoltert, seine Eltern vom Militär getötet. Er floh nach Österreich, wo man ihn Ende 2010 zurückschicken wollte. Die Preisträger machten fanden einen Anwalt, kauften Tickets für den Abschiebeflug und informierten die Crew von der Abschiebung. Beim Flugzeug hielt sich Ousmane C. schließlich am Treppengeländer fest. Daraufhin beschloss der Kapitän, ihn nicht mitfliegen zu lassen. Einen Tag später erklärte der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte die Abschiebung für illegal - ein Unikum bisher.

Ohne Rechtsvertretung

Losgetreten hat die Aktion der 22-jährige Robert Zahrl, der wegen einer nicht ausbezahlten Verwaltungsstrafe fünf Tage im Gefängnis war und so Ousmane C. kennenlernte. Seit Monaten hatte Ousmane keine Rechtsvertretung. Zahrl suchte nach seiner Freilassung Unterstützer für Ousmane. "Oft wurde jede Hoffnung durch neue Hiobsbotschaften zerschlagen." Etlichen Asyl-Vereinen fehlten die Ressourcen, alle hielten den Fall für chancenlos. Doch mit Hilfe des Internets fand Zahrl schließlich andere Helfern.

Das Los vieler Asylwerber bleibt unbekannt. Wöchentlich werden sieben bis acht abgeschoben - trotz Einspruch des Asylgerichtshofs, betont ein Preisträger.

Der Anerkennungspreis wird seit 1999 von SOS-Mitmensch verliehen. Er ist nach der ersten Preisträgerin, der Flüchtlingshelferin Ute Bock benannt.