(fan) Der schüchterne 12-jährige Veysel lebt erst seit kurzem mit seiner türkisch-kurdischen Flüchtlings-Familie in einem Wiener Gemeindebau. Die Migrations-Probleme kümmern ihn wenig. Er hängt Tagträumen nach und verliebt sich heftig in eine Schulkollegin. Als er sein titelgebendes Lieblingsgedicht des türkischen Volkssängers Asik Veysel in der Klasse vortragen und ihr widmen will, muss er das Problem lösen, kein Wort Deutsch zu können. Doch dann droht dem Mädchen die Abschiebung.

In scheinbarem Realismus serviert uns der deutsche kurdisch-türkische Regisseur Hüseyin Tabak im Filmakademie-Abschlussfilm ein Märchen über Liebe, Werteverlust und Identität. Dass er begabt ist, hat er bereits mit den angelaufenen Filmen "Das Pferd auf dem Balkon" und der Doku "Kick off" gezeigt. Doch hier geht alles zwar gekonnt, aber viel zu schulhaft "vorbildlich", glatt und selbstreflektierend ab, was die Anteilnahme ebenso verhindert wie das Ansprechen breiteren Publikums, da meist türkisch gesprochen wird. Bleibt das Paradebeispiel eines sicheren, braven Beitrages für diverse Festivals.