Ungewöhnlich früh einsetzender Monsunregen hat im Norden Indiens mehr als zwei Dutzend Menschen das Leben gekostet. Nach massiven Überschwemmungen, Erdrutschen und Gebäudeeinstürzen seien am Montag 26 Leichen gefunden worden, mehr als 50 Menschen würden noch immer vermisst, teilte das Katastrophenschutzzentrum des besonders stark betroffenen Bundesstaats Uttarakhand mit. Den Angaben zufolge wurden ganze Häuser hinweggeschwemmt, in den Trümmern vermuteten Rettungskräfte noch etliche weitere Leichen.

Auch in Indiens Hauptstadt Neu Delhi kam es am Wochenende zu chaotischen Szenen, als plötzlich einsetzender Starkregen die Ankunftshallen mehrerer Flughäfen flutete und zu Verkehrsstaus in manchen Vierteln führte. Die Wassermassen brachten teils auch den Straßen- und Zugverkehr in der Wirtschaftsmetropole Mumbai zum Erliegen.

Üblicherweise setzt die Monsunsaison in Indien nicht schon Mitte Juni ein. "Es ist das erste Mal, dass die Regenfälle das Land so früh überziehen", zitierte die Zeitung "Hindustan Times" den Leiter des nationalen Wetterzentrums, B.P. Yadav. Bisher sei der 21. Juni das früheste Datum dafür gewesen. Während der Monsunregen für viele Menschen in besonders gebeutelten Regionen katastrophale Konsequenzen hat, hofft die indische Agrarwirtschaft wegen des frühen Beginns der Regensaison auf reichhaltige Ernten.